Von sauberen Ratten und Haien mit Putzhilfen

von Redaktion

DIE KÖRPERPFLEGE IM TIERREICH

>> Nicht wenige Tiere zu Lande und im Wasser gönnen sich eine Putzhilfe! So haben Giraffen einen Madenhacker: Der kleine Vogel sitzt auf dem Rücken der Riesen und pickt mit dem Schnabel kleine Tiere aus dem Fell. Die Giraffe wird von Parasiten befreit und als Entlohnung wird der Madenhacker satt! >> Fische müssen nie zum Zahnarzt, weil die den Putzerfisch haben. Er schwimmt ins Maul von großen Fischen und säubert die Beißerchen von Herr und Frau Hai von Essensresten. Selbst gefährliche Raubfische werden ja ganz friedlich, lassen die Putzkolonne ins Maul und in die Kiemenhöhle. Die Putzer unterhalten eine richtige Servicestation. Ein Männchen hat einen Harem von sechs Putzfrauen. Die anderen Fische schwimmen heran, um sich die Zähne machen zu lassen oder auch um von Parasiten und abgestorbener Haut gesäubert zu werden. >> Es gibt auch Tiere, die sich mit Urin waschen. Der Eichelhäher ist sogar so ein fauler Kerl, dass er sich lieber bepinkeln lässt. Er setzt sich in ein Ameisennest. Kein Sadomaso-Vogel, sondern ein schlauer Geselle: Die Ameisensäure ist so scharf, dass sie Milben und Läuse in seinem Federkleid abtötet! >> Und dann wäre da noch die WG zweier Waldbewohner: Dachs und Fuchs. Eine zweischneidige Sache. „Meles meles“, so der wissenschaftliche Name des Dachses, fällt durch seinen watschelnden Gang und seine „Verkehrtfärbung“ auf, denn bei ihm ist, im Gegensatz zu den meisten Tieren, die Oberseite des Körpers heller gefärbt als die Bauchunterseite. Mit 80 bis 90 Zentimetern ist der Dachs gar nicht viel größer als ein Fuchs, aber breiter und gedrungener. Zudem wiegen gut genährte männliche Dachse 15 bis 20 Kilo – während der flinke Fuchs es nur auf sieben Kilo bringt. Und weil der Fuchs nun gerne Dachsbauten nutzt, wurde das dem Hauptmieter zum Verhängnis. Als in den 1970er- Jahren Fuchsbauten begast worden sind, wurde der Dachs fast ausgerottet. Heute gehört er nicht mehr zu den gefährdeten Arten, auch wenn er immer noch den Fuchs am Hals hat. Der Dachs ist ordentlich, sein Bau picobello. Der Fuchs hingegen ist ein Schlamper. Der lässt Essensreste vor dem Bau liegen, das käme beim Dachs nie vor. Der Dachs hat auch eine Toilette und hinterlässt nichts einfach so in der Gegend. >> Übrigens: Die verpönte Ratte ist ähnlich sauber wie die Katze. Wenn Schmutz in ihr Fell kommt, reinigt sie sich umgehend. Mehr noch: Ratten lieben es, sich gegenseitig zu putzen, sie sind extrem sozial!

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