Die Gewinnerfotos beim Wettbewerb des Münchner Vereins Desideria Care zum Thema „Demenz sichtbar machen“

von Redaktion

Ihr Vater hat Computerchips entwickelt, war ein hoch spezialisierte Ingenieur, erzählt Barbara Lange aus Freising. „Umso tragischer ist es für mich, dass er heute die einfachsten Dinge nicht mehr kapiert“, sagt sie. Aber er ist immer fröhlich und gerne in Gesellschaft. Mit den ungewöhnlichen Fotos, die sie bei einem Familien- urlaub in Teneriffa von ihrem Vater machte, bewarb sie sich beim Fotowettbewerb „Demenz neu sehen“ des Vereins Desideria Care. Sie gewann in der Kategorie Amateur. Es mache ihr nichts aus, mit den Bildern an die Öffentlichkeit zu gehen: „In Freising ist mein Vater bekannt wie ein karierter Dackel“, sagte Barbara Lange gestern bei der Preisverleihung in München. 57 Bewerber hatten 450 Fotografien eingesendet.

Einen Sonderpreis erhielt Profi-Fotografin Stephanie Harke aus Braunschweig für die Serie „Bettschuhe“, die das Fortschreiten der Demenz auf humorvolle Weise bebildert. Lilli Nass aus Berlin berührte in der Kategorie „Nachwuchs“ mit ihrer Arbeit „cursare“, mit der sie die Veränderungen im Leben ihres an Alzheimer erkrankten Vaters festhält. In der Kategorie „Profi“ überzeugten die eindringlichen Schwarz-Weiß-Fotografien von der erkrankten Maria, die Ingrid Hagenhenrich aus Münster machte.

„Diese Bilder zeigen, dass Demenz auch ein freundliches und liebevolles Gesicht hat“, sagt Désirée von Bohlen und Halbach, Gründerin von Desideria Care (siehe Interview). S. SASSE

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