Die 748 Höhlentierarten ordnet man vier Gruppen zu. >> Eutrogloxene Das sind Zufallsgäste, Arten, die nur durch Zufall in die Höhle gelangen. Dies geschieht, wenn Tiere in einen Schacht fallen oder durch Nahrung angelockt werden. Die Tiere haben keinerlei Bindung an den unterirdischen Lebensraum. >> Subtroglophile Sie sind eher „Höhlengäste“. Sie können sich zwar in der Dunkelheit orientieren, die Nahrungssuche findet aber meist oberirdisch statt. Zu den überwinternden Höhlenbewohnern gehören beispielsweise Fledermaus- und einige Schmetterlingsarten. Im Sommer werden die Höhlen auch von Köcherfliegen- und Mückenarten aufgesucht, um Hitze und Austrocknung zu entgehen. >> Eutroglophile Arten, die dauerhaft, meist über mehrere Generationen die Höhle besiedeln, aber genauso dauerhaft auch außerhalb der Höhle leben können. Es ist nicht von Bedeutung, ob die Tiere eine direkte physiologische Bindung an die Höhle haben, oder ob es sich um eine indirekte Bindung (z. B. Aufenthaltsort der Nahrungstiere) handelt. Der Feuersalamander gehört zu dieser Gruppe. >> Eutroglobionte Als echte Höhlenbewohner sind das Arten, deren gesamter Lebenszyklus in der Höhle abläuft und die an der Erdoberfläche nicht überleben können. Sinnesorgane wie Augen sind in der Dunkelheit funktionslos. Daher sind echte Höhlentiere häufig (nicht immer) blind, verfügen aber über einen ausgezeichneten Geruchs- und Tastsinn. Aufgrund der fehlenden UV-Strahlung bildet die Haut (meist) keine Farbpigmente aus und lässt die Tiere weiß oder farblos erscheinen. Neben den physischen Anpassungen haben sich bei Höhlentieren auch spezielle Verhaltensmuster entwickelt, die zum Überleben in der ewigen Dunkelheit beitragen. Die dauernde Nahrungsknappheit unter der Erde wird durch ein Herabsetzen des Stoffwechsels kompensiert. Da eine geringe Körpergröße auch den Nahrungsbedarf minimiert, ist es nicht verwunderlich, dass viele Höhlentiere winzig sind. Die Höhlenwasserassel gehört dazu oder außerhalb Deutschlands auch der Grottenolm. Ein Vertreter dieser Gruppe ist der Höhlenflohkrebs Niphargus, der im Jahr 2009 das erste Höhlentier des Jahres war.