Glut-Löscher & Brunnen-Vergifter

von Redaktion

EINZIGARTIGE AMPHIBIE

>> Woher stammt der Name Feuersalamander? Die deutsche Bezeichnung „Feuersalamander“ hat mit Aberglauben zu tun: Der Lurch soll angeblich Feuer überleben und sein giftiges Hautsekret die Glut löschen. Die alten Römer behaupteten gar, er könne ganze Völker vernichten. Im düsteren Mittelalter unterstellte man ihm, dass er Brunnen vergiften könne. Tatsächlich sondern die in Mitteleuropa beheimateten Feuersalamander aus ihren Ohr-und Rückendrüsen ein Hautgift ab, das für Feinde beim Verschlucken tödlich wirken kann und die Lurche zudem vor Infektionen schützt. Für die menschliche Haut ist das Gift allerdings harmlos! Und sein charakteristisches gelb-schwarzes Rückenmuster dient vor allem der Abwehr von Fressfeinden. Mit 14 bis 20 Zentimetern ist er zudem einer der größten heimischen Schwanzlurche – eine durchaus imposante Erscheinung.

Später wurde er Sympathieträger: als Lurchi des Schuhherstellers Salamander. Die Figur entstand 1937. Zu diesem Zeitpunkt fertigte Salamander noch keine Kinderschuhe, aber die Hefte sollten unruhige Kinder beschäftigen, damit die Eltern entspannt Schuhe kaufen konnten. Vor dem Zweiten Weltkrieg entstanden fünf Hefte, der Zeichner blieb geheim, die Verse der Lurchi-Bände 1 bis 5 dichtete der damalige Generaldirektor der Firma. Nach dem Zweiten Weltkrieg ging es weiter: diverse Zeichner, neue Geschichten, immer in Schreibschrift und Reimform. Heute gibt es eine große Gemeinde von Sammlern und Kennern, sogar richtige Lurchi-Forscher. >> So lebt der Feuersalamander Die Paarung findet ausschließlich an Land statt, was eine Ausnahme bei den heimischen Amphibien ist. Und: Der gesamte Entwicklungsprozess findet im Mutterleib statt. Die trächtigen Weibchen wandern von Februar bis Mai zu den Gewässern, um die fertig entwickelten Larven, meist bei Nacht, abzusetzen. Sie brauchen fischfreie, kühle, nährstoffarme, beschattete und sauerstoffreiche Quellen und Quellbäche. Je nach Größe und Alter des Weibchens werden 30 bis 70 Larven abgesetzt, meist schubweise über mehrere Tage. Die Larven sind anfangs 25 bis 35 Millimeter groß, sie haben auffallende Kiemenbüschel. An jedem Beinansatz befindet sich ein gelblicher Fleck, der sie von Molchlarven unterscheidet. Im Laufe des Wachstums wird das spätere Muster immer deutlicher.

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