Süße Früchtchen in Piroggen gut verpackt

von Redaktion

VON STEPHANIE EBNER

Es gibt viele Gründe, die für Piroggen sprechen, findet Melanie Stiebner und rollt den Teig dafür dünn aus. Zum einen: „Ich liebe Süßspeisen.“ Zum anderen: „Beim Piroggenkochen kann ich wunderbar entspannen.“

Und das ist wichtig. 2019 hat die 43-Jährige den Münchner Stiebner Verlag von ihrem Vater übernommen. Sie führt das Familienunternehmen nun in dritter Generation. Bislang hat sich der Verlag auf Handwerken, Nähen und Zeichnen konzentriert. Ab diesem Jahr kommt die Kochbuchsparte hinzu. „Das passt wunderbar zusammen“, sagt die Verlegerin. „Wer gerne Handarbeiten macht, kocht in der Regel auch gerne und umgekehrt.“

Sie selbst sei dafür das beste Beispiel. Während sie die Teigplatten für die Piroggen aussticht, erzählt Melanie Stiebner: „Den Rock, den ich heute trage, habe ich selbst genäht.“

Anfangs veröffentlicht der Stiebner Verlag in der Kochbuchsparte nur Lizenzen. Ab Sommer sollen eigene Produktionen hinzukommen. Derzeit sind insgesamt rund 400 Bücher im Verlagsprogramm lieferbar, pro Jahr sollen es die 30 Bücher mehr werden, so der Plan der Unternehmerin.

Ganz wichtig ist der Verlegerin, nachhaltig zu arbeiten. Das betrifft sowohl den Inhalt der Bücher als auch die Bücher selbst. „Wir verzichten ganz bewusst auf mit Plastik eingeschweißte Bücher. „Da musste ich beim Vertrieb erst einmal Überzeugungsarbeit leisten.“ Auch soll auf Lackfarben verzichtet werden.

Das erste Kochbuch ist auf dem Markt (siehe Kasten rechts), im Frühjahr erscheint aus der Reihe Länderküche ein Band über polnische Köstlichkeiten. „Ich habe schon einmal Polen bereist und war begeistert“, erzählt Melanie Stiebner. Bei der Länderküche ist es der Verlegerin wichtig, dass es sich um Bücher handelt, die zwar Originalrezepte vorstellen, aber mit Zutaten, die es auch hier zu kaufen gibt.

Ursprünglich wollte die Münchnerin Lektorin werden – Melanie Stiebner studierte Verlagswirtschaft in Leipzig, bevor sie in die USA ging. Um sich dort der Literatur zu widmen. Der Vater hatte aber zusätzlich „Wirtschaft“ zur Bedingung gemacht. „Irgendwann stellte ich fest, dass mir BWL sogar mehr Spaß macht.“ Zurück in Deutschland arbeitete sie zunächst bei verschiedenen Medienunternehmen, bevor die Diplom-Buchhandelswirtin ins Familienunternehmen einstieg. Ein Job, der ihr Spaß macht, aber auch jede Menge abverlangt. Deshalb liebt die 43-Jährige die Auszeiten am Herd – „ich bin bei uns für die süße Fraktion zuständig“. Besonders die „Fieselarbeiten“ wie bei den Piroggen haben es ihr angetan. Eine Mühe, die sich lohnt.

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