RS-Virus: Impfstoffe stehen kurz vor der Zulassung

von Redaktion

München – Der Name RSV-Infektion weckt bei vielen Eltern schlimme Erinnerungen. Im Herbst 2021 und auch 2022 herrschte Notstand in den Kliniken, die Kleinsten mussten auf den Gängen versorgt werden. Die Ursache waren massenhafte RSV-Infektionen.

Die sind an sich nichts Ungewöhnliches. Quasi jeder Mensch kommt im Laufe seines Lebens mit Respiratorischen Synzytialviren (RSV) in Kontakt. Doch die Häufung in den vergangenen zwei Jahren war so massiv, dass die Kinderärzte Alarm schlugen. Denn bei älteren Menschen und bei ganz kleinen Kindern, vor allem bei Vorerkrankungen wie etwa einem Herzfehler, sei RSV durchaus gefährlich, sagt Prof. Tino F. Schwarz, Chefarzt am Institut für Labormedizin am Klinikum Würzburg Mitte.

Der erfahrene Mediziner warnt: Wenn die Infektion auf die unteren Atemwege übergreife, könne sich eine tödliche Lungenentzündung entwickeln. Endlich gibt es in Sachen Immunisierung gute Nachnrichten: Nun aber stehen mehrere Impfstoffe kurz vor der Zulassung, begrüßt Prof. Schwarz. Mittlerweile sind in der EU zwei monoklonale Antikörper für besonders gefährdete Säuglinge zugelassen. Weit fortgeschritten sei auch die Entwicklung von Impfstoffen zur aktiven Immunisierung gegen RSV. Ein Impfstoffkandidat werde für den Einsatz während der Schwangerschaft entwickelt, um so Neugeborene zu schützen. Für ältere Menschen ab 60 Jahren befinden sich derzeit fünf Impfstoffkandidaten in der letzten Phase der klinischen Erprobung.

„Da sowohl die europäische als auch die US-amerikanische Zulassungsbehörde für die RSV-Impfstoffe ein beschleunigtes Zulassungsverfahren genehmigt haben, könnte es schnell gehen, sodass bereits zur nächsten RSV-Saison im kommenden Herbst ein Impfstoff für ältere Menschen zur Verfügung stehen könnte“, sagt Prof. Schwarz.  svs

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