AKTUELLES AUS DER MEDIZIN

Schmerzmittel im Spitzensport Experte: So krank ist das Krankenhaus

von Redaktion

In vielen Bereichen des Spitzen- und Leistungssports ist das Thema „Schmerzmittelkonsum“ zu einem Problem geworden. Dies zeigt eine Studie einer Köln-Koblenzer Forschungsgruppe um Prof. Dr. Dr. Dieter Leyk, in der die Daten von über 6000 Studien weltweit ausgewertet wurden. Im internationalen und nationalen Profifußball nimmt laut der Studie jeder zweite beziehungsweise dritte Spieler regelmäßig Analgetika, also schmerzstillende oder -lindernde Arzneimittel ein. Auch in der Bevölkerung sind die Zahlen zum Schmerzmittelkonsum alarmierend: 1,9 Millionen Menschen in Deutschland nehmen täglich Schmerzmittel ein. 30 bis 40 Prozent tun dies, ohne dass körperliche Schmerzen vorliegen, ergab eine Studie des Robert-Koch-Instituts. Aus den Daten des Epidemiologischen Suchtsurveys 2018 geht hervor, dass die Abhängigkeit von Schmerzmitteln mit 3,2 Prozent auf einem ähnlichen Niveau liegt wie die Alkoholabhängigkeit (3,1 Prozent).

München – Er ist in der Schule dreimal sitzen geblieben, und legte doch eine beachtliche Karriere hin. Prof. Dr. Jochen A. Werner (64) ist heute ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des Uniklinikums Essen. In seinem Buch „So krank ist das Krankenhaus“ sucht er einen „Weg zu mehr Menschlichkeit, Qualität und Nachhaltigkeit in der Medizin“. Er berichtet darin von Pflegenotstand und Personalmangel, von Politikversagen, finanziellen Defiziten und verpassten Chancen der Digitalisierung. Diese Fragestellungen machte sich das Forum Focus Gesundheit in der Münchner Burda Bar zum Thema, wo Werner seine Thesen präsentierte: Er ist der Meinung, das deutsche Gesundheitswesen sei teuer, marode und ineffizient. Die meisten Kliniken würden von Kaufmännern oder Kauffrauen geleitet, der ärztliche Direktor habe oft nur ein Nebenamt. Zudem gebe es zu viele Krankenhäuser. Auch dass die Krankenhausplanung den Bundesländern obliegen, hält er für falsch. Gesundheitspolitik dürfe nicht länger Lokalpolitik sein. Wichtig sei die Digitalisierung. Zudem fordert Werner angesichts des Personalmangels ein verpflichtendes soziales Jahr.

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