Nur jeder Zweite geht zur Vorsorge

von Redaktion

In den letzten zehn Jahren rettete die Darmspiegelung 180 000 Menschenleben

München – In den vergangenen zehn Jahren rettete die Darmspiegelung allein in Deutschland 180 000 Menschen das Leben. Einer davon ist Thomas E. – er ist froh, dass er sich für die Darmspiegelung entschieden hat (siehe Text unten). Aber: Nur etwa die Hälfte der anspruchsberechtigten AOK-Versicherten in Bayern nutzte in den letzten zehn Jahren die Darmkrebsvorsorge. Das zeigt eine Auswertung des Wissenschaftlichen Instituts der AOK (WIdO).

Zwischen 2012 und 2021 gingen laut WIdO nur 48 Prozent der bei der bayerischen AOK versicherten Frauen und 46 Prozent der Männer zur Darmkrebsvorsorge. Das heißt, rückblickend nutzten lediglich knapp die Hälfte der 65-jährigen in diesem Zeitraum eine Darmspiegelung zur Früherkennung. „Diese Zahlen zeigen, dass es bei der regelmäßigen Inanspruchnahme von Darmkrebsfrüherkennung noch Luft nach oben gibt“, sagt Dr. Irmgard Stippler, Vorstandsvorsitzende der AOK Bayern. „Nur, wenn die Vorstufen eines Tumors rechtzeitig erkannt und entfernt werden, lässt Krebs sich zuverlässig verhindern. Aber auch im Falle einer Erkrankung ist weitere Früherkennung lebenswichtig.“

Darmkrebs ist laut Bericht des Krebsregisters Bayern die zweithäufigste Tumorerkrankung bei Frauen und Männern im Freistaat. Deshalb geht die AOK Bayern aktiv auf ihre Versicherten zu, um sie auf diese wichtigen Untersuchungen aufmerksam zu machen: „Damit niemand die Darmkrebsfrüherkennung verpasst, verschickt die AOK Bayern regelmäßig Einladungen an Versicherte im entsprechenden Vorsorge-Alter und klärt über die verschiedenen Untersuchungen auf“, ergänzt Stippler.

Einen Anspruch auf eine Darmspiegelung zur Krebsfrüherkennung haben Frauen ab 55, Männer bereits ab 50 Jahren. Versicherte ab 55 Jahren können alternativ zur Darmspiegelung alle zwei Jahre ihren Stuhl auf verborgenes Blut untersuchen lassen.

Artikel 2 von 7