Zeckenbisse: So schützt die Impfung

von Redaktion

Zu den deutschen FSME-Risikogebieten zählt auch das Gebiet der Landeshauptstadt München

Das Gebiet der Landeshauptstadt München zählt nun auch zu den 178 FSME-Risikogebieten in Deutschland. Die gefürchtete Frühsommer-Meningoenzephalitis (Hirnhautentzündung) wird von Zecken übertragen. „Höchste Zeit, sich impfen zu lassen“, empfiehlt der Münchner Allgemein- und Tropenmediziner Dr. Markus Frühwein.

Eine Impfung gegen die von Viren verursachte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) macht in Bayern aufgrund der hohen und in den letzten Jahren insgesamt steigenden Fallzahlen durchaus Sinn. Mit der Stadt, den Landkreisen München und Fürstenfeldbruck sind seit Februar auch fast die letzten weißen Flecken auf der Risikogebietskarte Bayerns verschwunden. In allen angrenzenden Bundesländern, insbesondere in Baden-Württemberg, finden sich ebenfalls Risikogebiete.

Auch wenn viele Infektionen symptomfrei verlaufen, ist eine symptomatische FSME-Erkrankung ein lebensveränderndes Ereignis. Nach einer Inkubationszeit von vier Tagen bis vier Wochen entwickeln zehn bis 30 Prozent der Infizierten grippeähnliche Symptome mit Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen (Prodromalphase), die normalerweise nur wenige Tage anhalten. Damit ist die Infektion nur schwer von grippalen Infekten im Sommer abzugrenzen.

Etwa 70 Prozent der Patienten gehen nach einer fieberfreien Zeit von etwa einer Woche in die zweite Phase mit Beteiligung des Gehirns, der Gehirnhaut oder des Rückenmarks über. Bleibende Spätfolgen sind bei schwer Erkrankten häufig, und bis zu 30 Prozent sterben sogar daran.

Die STIKO empfiehlt die Impfung für alle, die sich in einem Risikogebiet aufhalten und potenziellen Kontakt zu Zecken haben, also sich in der Natur aufhalten. Wenn man sich für einen FSME-Schutz entscheidet, ist nur eine Impfung notwendig – auch wenn frühere Impfungen schon lange zurückliegen. Altersabhängig hat man dann einen Schutz für drei bis fünf Jahre, bevor eine erneute Impfung fällig wird. Im Jahr 2001 wurde mit TicoVac ein Impfstoff gegen FSME vom Markt genommen, der deutlich schlechter vertragen wurde als die aktuellen Impfstoffe. Es kann also durchaus am damaligen Impfstoff gelegen haben, wenn damals Nebenwirkungen auftraten. Insgesamt werden die aktuellen FSME-Impfstoffe gut vertragen.

Die Impfung spielt auch auf Reisen eine wichtige Rolle. Hier sind vor allem Zentral- und Osteuropa sowie die westlichen und nördlichen Bereiche Asiens betroffen. Erkrankungen durch FSME-Subtypen dort führen häufig zu deutlich schwereren Verläufen mit noch höheren Todesraten. „Es gibt also viele gute Gründe für eine Impfung“, meint der erfahrene Tropenmediziner.

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