Majestätisch frühstücken

von Redaktion

VON STEPHANIE EBNER

Die Welt blickt an diesem Samstag nach London: Charles III. wird gekrönt. Wie es seit 1066 Tradition ist, findet die Zeremonie in Westminster Abbey statt. Ein Weltereignis, das man nicht nur im Fernsehen live verfolgen kann – „wir zelebrieren es in unserem britischen Café“, sagt Uwe Georg Lindner vom „The Victorian House“. Es ist in München mittlerweile seit über 20 Jahren eine Institution, wenn es um britische Lebensart geht. Wer von der belebten Frauenstraße in unmittelbarer Nähe des Viktualienmarktes durch die Tür tritt, taucht ein in die aristokratische Welt Englands.

Genau der richtige Ort also, um mit einem Anhänger der britischen Krone über die Lebensgewohnheiten auf der Insel zu sprechen. Die wichtigste Mahlzeit dort ist das Frühstück. Deshalb haben die drei Victorian-Inhaber zur Krönung von King Charles III. das „Coronation Breakfast“ auf die Karte gesetzt. Bei der – ganz klar – das Egg Benedict nicht fehlen darf. An normalen Tagen verlassen bis zu 300 dieser pochierten Eier die Küche. „Die Leute lieben unser Egg Benedict“, freut sich Uwe Lindner.

Eigens zur Krönung hat der Palast eigentlich ein anderes royales Gericht kreiert: Nach dem weltberühmten „Coronation Chicken“, das vor 70 Jahren zu Queen Elizabeths Krönung serviert wurde, setzen Charles und Camilla auf eine vegetarische Variante der französischen Quiche Lorraine: eine Tarte mit Spinat, Bohnen und Estragon. Die Victorian-House-Macher haben das Rezept ausprobiert – „doch es hat uns nicht ganz überzeugt. Es fehlte der Pfiff.“ Deswegen sucht man die Coronation-Quiche in diesen Tagen vergeblich auf der Speisekarte zur Krönung.

Man wird sie allerdings wegen der Auswahl der vielen verschiedenen Egg Benedicts nicht vermissen. Zwölf verschiedene Variationen stehen auf der Karte im „The Victorian House“ – mal klassische mit Speck. Es gibt sie aber auch mit Lachs, Hühnchen oder Salami.

Zu einem englischen Frühstück gehören nicht nur die berühmten Eier, sondern auch Scones, Clotted Cream (Clotted Cream ist ein dicker, cremiger Aufstrich auf Sahnebasis) sowie Lemon Curd.

Auch die Frage „Café oder Tee?“ gewinnt – selbst in England – immer mehr an Bedeutung. „Früher war es selbstverständlich, dass die Menschen zum Frühstück Tee tranken“, berichtet Uwe Lindner über die britischen Lebensgewohnheiten. Doch das verändere sich: „Immer mehr Briten bevorzugen morgens eine Tasse Kaffee.“

Um den Frühstückstee zu zelebrieren, ist es wichtig, ein paar Dinge zu beachten. Uwe Lindner: „Gerade in München mit seinem kalkhaltigen Wasser muss das Wasser vorher gefiltert werden.“

Bei der Frage, ob Milch in den Tee gehört, scheiden sich die „berühmten“ Geister. Uwe Lindner erklärt seine persönliche Präferenz: „Ist der schwarze Tee parfümiert, trinke ich ihn am liebsten pur. Ansonsten nach Geschmackslage mit Milch.“ Ach ja, dass man die Milch zuerst in die Tasse geben muss, habe sich mittlerweile überholt. „Das machte man früher wegen des empfindlichen Tee-Porzellans. Man befürchtete, die Tasse könne unter Umständen in Einzelteile zerspringen, wenn man zu heißen Tee einschenkt.

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