Kinder und Handy: Zehn Tipps für Eltern

von Redaktion

VON JÖRG HEINRICH

Die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) hat jetzt „Empfehlungen für den Umgang mit Smartphone, Computer, Spielkonsole und TV in der Familie“ veröffentlicht. Wir verraten, worauf Eltern achten sollten.

Bis drei Jahre möglichst bildschirmfrei

Babys und Kleinkinder sollten nach Möglichkeit überhaupt keine Zeit vor Bildschirmmedien wie Smartphone, Tablet, Spielkonsole und Fernseher verbringen. Und je weniger die Kleinen anderen bei der Nutzung zuschauen, zum Beispiel dem großen Bruder am Handy, der Schwester vor dem Fernseher oder den Eltern am Smartphone, desto besser.

Ab drei bis sechs Jahre eine halbe Stunde

Im Kindergartenalter gilt: Nur wenig Bildschirmzeit. Denn Kinder profitieren am meisten von Bewegung und Erfahrungen in der realen Welt. Eltern sollten die Zeit auf täglich maximal eine halbe Stunde begrenzen, mit bildschirmfreien Tagen dazwischen und ihr Kind nicht allein vor den Bildschirm lassen.

So lernen die Kids Regeln, die später viel Stress und Streit vermeiden helfen. Denn bei zu viel Bildschirmzeit mit Smartphone & Co. drohen laut DGKJ Folgen wie Schlafstörungen, Konzentrationsschwierigkeiten, Entwicklungsstörungen bei der Motorik, Verhaltensstörungen, Empathieverlust, schlechte schulische Leistungen, Übergewicht und Augenerkrankungen.

Sechs bis neun Jahre 30 bis 45 Minuten

Außerhalb der Hausaufgaben sollten Grundschulkinder pro Tag nicht länger als eine halbe bis dreiviertel Stunde mit Bildschirmmedien verbringen. Die Nutzung in der Freizeit sollte sich auf einzelne Tage beschränken, um eine Gewohnheit zu vermeiden.

Eigene Spielkonsole erst ab neun Jahren

Kinder mit eigenen Geräten verbringen im Schnitt doppelt so viel Zeit mit Computerspielen wie Kinder ohne Spielkonsole. Dabei ist es sinnvoll, PlayStation, Switch & Co. außerhalb der Nutzungszeit im abgeschlossenen Schrank aufzubewahren. So können die Eltern über die Zeiten bestimmen und den Stress vermeiden, der durch dauerndes Neinsagen und Beschränkungen entsteht.

Eltern sollten die Nutzung begleiten

Ab neun Jahren – und besser noch erst ab zwölf – steht meist die Anschaffung des ersten eigenen Smartphones an. Als Empfehlung für die Verwendung in der Freizeit bis zwölf Jahre gelten 45 bis 60 Minuten pro Tag. Eltern sollten dabei immer wieder nachfragen und Interesse zeigen: „Was spielst du da gerade? Wie funktioniert das? Erklär mir, was dir da wichtig ist.“

Denn es stärkt Kinder, wenn Mutter oder Vater auch in schwierigen Situationen mit ihnen im Gespräch bleiben.

Grenzen gelten auch noch für ältere Kinder

Selbst für zwölf- bis 16-Jährige sollte die Zeit mit Handy und Internet nicht unbegrenzt und unreguliert freigegeben werden. Denn gerade in der Pubertät sind die Kids leicht beeinflussbar und die Risiken der Onlinenutzung groß. Hier ist es sinnvoll, für die Freizeit eine maximale Dauer von ein bis zwei Stunden am Tag zu vereinbaren, und das auch nur bis 21 Uhr.

Der richtige Umgang mit der Technik

Bildschirmmedien sollten nicht zur Belohnung, Bestrafung oder Beruhigung eingesetzt werden. Denn das macht sie nur noch interessanter und begehrenswerter.

Eltern setzen besser auf andere Arten von Belohnung und Motivation, zum Beispiel gemeinsam ein Eis essen zu gehen, oder mehr Zeit mit dem Lieblingsspielzeug zu verbringen.

Bildschirmgeräte beim Essen ausschalten

Während der Mahlzeiten sollte der Fernseher ebenso wie Smartphones und alle anderen Bildschirmmedien ausgeschaltet sein. Genauso gilt: Beim Filmeschauen oder Computerspielen nicht nebenher essen.

Eltern und Geschwister sind Vorbilder

Kinder machen vieles nach, was sie bei den „Großen“ sehen. Man sollte sich deshalb immer die Frage stellen: „Bin ich gerade ein gutes Vorbild?“ Deshalb sollten auch Eltern, Brüder und Schwestern nicht ständig aufs Handy starren, sondern das Gerät auch mal weglegen.

Die Suchtgefahr im Auge behalten

Wenn Eltern das Gefühl haben, dass die exzessive Nutzung von TikTok und Co. zum Problem wird, sollten sie das mit ihren Kindern besprechen.

Mit dem Selbsttest von „Ins Netz gehen“ (bit.ly/medien-test-23) lässt sich die Mediennutzung überprüfen. Bei Bedarf bieten Erziehungs- und Suchtberatungsstellen Unterstützung.

Artikel 8 von 11