München – Bayern hat eine außerordentlich hohe Artenvielfalt: Mit 86 000 sind etwa 80 Prozent aller Pflanzen und Tiere Deutschlands bei uns heimisch – und das nur auf 19,7 Prozent der Bundesfläche. Das hat vor allem folgende Gründe: Alpine Lebensräume und die an die besonderen Bedingungen angepassten Lebensgemeinschaften gibt es nur in Bayern. Zudem herrschen im Sommer vielerorts höhere Durchschnittstemperaturen. Deshalb kommen hier wärmeliebende Arten vor, die weiter nördlich bereits fehlen. Mit 30 000 verschiedenen Arten bilden Insekten die größte Gruppe. Wirbeltiere machen mit 457 zwar nur einen kleinen Anteil der Vielfalt aus, sind aber für den Naturschutz als Repräsentanten für bestimmte Lebensräume von besonderer Bedeutung, schreibt das Bayerische Landesamt für Umwelt in seinem aktuellen Bericht zur Lage der Natur.
Das häufigste Säugetier Deutschlands und damit auch Bayerns ist vermutich die Waldmaus. Der Winzling fühlt sich überall wohl, wo es grünt, nicht nur im Wald, sondern auch auf Äckern, in Parks und in Gärten. Die Bestandsdichte wird in Wäldern auf bis zu 50 Waldmäusen pro Hektar geschätzt. Bei 2,6 Millionen Hektar Wald in Bayern wären dies 130 Millionen Mäuse! Die häufigste Tierart weltweit sind vermutlich die im Boden lebenden Fadenwürmer, Bakterien und Einzeller ausgenommen. Auf einen Menschen kommen geschätzt 57 Milliarden dieser Nematoden. Als häufigster Vogel gilt die Amsel mit bis zu 9,5 Millionen Brutpaaren in Deutschland. Von der Masse abgesehen, verblüfft die Wildnis mit erstaunlichen Rekordhaltern: