Der US-Milliardär Frank McCourt hat gemeinsam mit der Investmentbank Guggenheim ein Konsortium gebildet, um das US-Geschäft von TikTok zu übernehmen. Der 70-jährige Immobilienunternehmer und Besitzer des französischen Fußballclubs Olympique Marseille plant nach eigenen Angaben, die umstrittene chinesische Plattform zu einem „gesunden, sicheren und menschenfreundlichen“ sozialen Netzwerk zu machen. Seine Vision sei es, die Datenhoheit zurück zu den Nutzern zu bringen. Der Programmiercode soll dabei für alle Interessenten als „Open Source“ veröffentlicht werden. McCourt engagiert sich seit Längerem für ein Internet, „das den Menschen dient und sie nicht ausnutzt und ausspäht“. TikTok-Besitzer Bytedance muss den Dienst in den USA nach aktuellem Stand bis spätestens Januar 2025 an einen einheimischen Investor verkaufen, sonst droht die Abschaltung.
Hintergrund ist vor allem der befürchtete Einfluss des Regimes in Peking auf TikTok. Die App ist insbesondere bei jungen Menschen extrem beliebt und hat in den USA etwa 170 Millionen Nutzer. Die USA werfen Bytedance seit Jahren vor, die App im Dienste der chinesischen Führung dafür zu missbrauchen, die Nutzer auszuspionieren. Auch in Deutschland fordern Politiker ein schärferes Vorgehen gegen die App. Die Konkurrenz könnte klein sein: Die US-Tech-Giganten dürften wegen Monopol-Bedenken ausscheiden. jh