Ein Schlaganfall betrifft auch die Angehörigen

von Redaktion

Stefan Stricker Referent für Rehabilitation und Nachsorge Stiftung Schlaganfall-Hilfe.

Der Schlaganfall ist die häufigste Ursache für Behinderungen im Erwachsenenalter. Auch ein Jahr nach dem Schlaganfall sind rund 60 Prozent der Betroffenen auf Unterstützung angewiesen. Was das für ihre nächsten Angehörigen bedeutet, wird selten thematisiert. Rund fünf Millionen Menschen in Deutschland leben mit den Folgen eines Schlaganfalls – direkt oder indirekt, als Betroffene, Partner oder nahe Angehörige. Viele Angehörige stürzt der Schlaganfall in eine tiefe Krise. Sie stehen plötzlich vor großen Herausforderungen, müssen zahlreiche medizinische und sozialrechtliche Fragen klären. Hinzu kommt, dass es durch die Krankheit oft zu Persönlichkeitsveränderungen bei den Betroffenen kommt, die sehr belastend sein können. Neben körperlichen Behinderungen führt ein Schlaganfall häufig zu Depressionen, Aggressionen und kognitiven Einschränkungen, die eine Kommunikation erschweren. Mein wichtigster Tipp an Sie ist deshalb: Auch wenn scheinbar keine Zeit bleibt, sollten Sie sich gut beraten lassen. Erste Ansprechpartner sind die Sozialberatungen der Krankenhäuser und Rehakliniken. Darüber hinaus gibt es Pflegestützpunkte, Beratungsangebote der Deutschen Schlaganfall-Hilfe und zunehmend mehr Schlaganfall-Lotsen und ehrenamtliche Schlaganfall-Helfer.

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