Schlimme Folgen schlechter Durchblutung

von Redaktion

Chronische Wunde wegen schlechter Durchblutung. Bei der Nachkontrolle mit messen der Gefäßchirurg PD Dr. Tobias Traeger (re.) und Wundmanager Enrico Wolf, ob die Durchblutung im Bein von Patient Wolfgang M. (li.) ausreicht. © Markus Götzfried

München – Es war eine kleine Glasscherbe, auf die Wolfgang M. im Juli 2023 beim Golfspielen trat, als er am Weiher auf dem Golfplatz kurz seine Schuhe auszog. Der kleine Schnitt am linken Fuß am vierten Zeh, also dem neben dem kleinen Zeh, blutete kaum. So dachte sich der 58-Jährige auch nicht viel dabei und klebte ein Pflaster drauf, nachdem er die Wunde desinfiziert hatte. Aber sie heilte nicht – im Gegenteil. Nach einer Woche hatte sie sich entzündet und Wolfgang M. hinkte vor Schmerzen. Er ging zum Hausarzt und in die örtliche Klinik, dort aber wurde die Wunde wieder nur desinfiziert und man versuchte, die Heilung mit einem Klammerpflaster zu beschleunigen.

Leider aber klappte das nicht und der Fuß entzündete sich immer mehr. Ebenso die Knochenhaut am Gelenk des vierten Zehs, sodass man diesen im Dezember amputieren musste. „Den Ärzten fiel währen der Operation in der Schön Klinik München Harlaching auf, dass es nicht so stark blutete wie normal“, erzählt der Patient. „Man sagte zu mir, da stimmt etwas nicht und riet mir dringend an, schnell einen Termin bei einem Gefäßspezialisten zu machen.“

Er habe großes Glück gehabt, da in seinem Fall die Zusammenarbeit der verschiedenen medizinischen Fachrichtungen und sogar der verschiedenen Münchner Kliniken perfekt klappte, sagt Wolfgang M.: „Schon am Abend nach der OP stand PD Dr. Peter Heider hier neben meinem Bett, er ist der Direktor der Klinik für Gefäßchirurgie im Isar Klinikum München und arbeitet zudem im MVZ für Gefäßchirurgie (VCM), und so konnte ich gleich entlassen werden und zur Behandlung zu den Gefäßchirurgen gehen“, sagt er. Dort prüften die Mediziner gleich per Ultraschall den Status seiner Gefäße am Bein – und stellten fest, dass kaum Blut unten im Fuß ankam. „Die CT-Angiografie, bei der Kontrastmittel gespritzt wurde, ergab eine langstreckige Verstopfung in der Schlagader meines Oberschenkels.“ Die Gefäßchirurgen ersetzten die Arterie durch einen Bypass. Nachdem dank diesem wieder ausreichend Blut in den Fuß gelangte, heilte auch die Amputationswunde schnell. Inzwischen kann Thomas M. wieder ganz normal auftreten – und hoffentlich auch bald wieder Golf spielen.

Früher war er ein begeisterter Skifahrer, doch sein Diabetes Typ II und ein langjähriger Zigarettenkonsum führte dazu, dass sich die Arterie im linken Oberschenkel stark verengte und schließlich ganz verschloss. Bei Anstrengung schmerzte es, und Wolfgang M. gab das Skifahren auf. Erst jetzt, durch den Bypass, bekommt sein linker Fuß nach jahrelanger Unterversorgung wieder ausreichend Blut und damit Sauerstoff für Muskeln und Nährstoffe und Immunzellen für das Gewebe, sodass beispielsweise Wunden schnell heilen.

Wolfgang M. betont: Hätte er gewusst, welch schlimme Folgen die Durchblutungsstörung in seinem Bein haben würde, hätte er sie weit früher untersuchen und behandeln lassen. „Das war mir gar nicht klar. Ich habe zwar schon gemerkt, dass etwas nicht stimmt, doch wie schlimm es war, schätzte ich falsch ein – vielleicht auch deswegen, weil ich anders als viele Diabetiker noch gut funktionierende Nerven im Fuß habe“, sagt der 58-Jährige.

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