München – Der Gurkenhobel, ein herausstehender Nagel, ein Sturz auf einem Kiesweg oder ein Haustier, das zugebissen oder gekratzt hat – Verletzungen zieht man sich schnell zu. Das Wichtigste bei allen Wunden ist, den Status der Tetanusimpfung zu checken, betont der Allgemeinarzt und Chirurg PD Dr. Ulrich Wirth vom Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität München: „Im Zweifelsfall sollte man die Tetanus-Impfung gleich auffrischen lassen, in den Notfallambulanzen der Kliniken gibt es dazu immer die Möglichkeit“, sagt er. Die Auffrischung einer Tetanusimpfung ist alle zehn Jahre fällig.
Ist es nur eine oberflächliche Verletzung oder fehlt ein kleines Stück Haut, etwa, weil man sich mit dem Küchenmesser geschnitten hat, dann kann man die Wunde auch zu Hause versorgen. Wichtig ist es, die Wunde zu säubern, etwa mit einem handelsüblichen Desinfektionsmittel wie Octenisept, das nicht brennt. „Hat man das nicht zur Hand, dann kann man die Wunde in Deutschland auch mit Leitungswasser ausspülen, das ist bei uns sehr sauber und wird gut kontrolliert“, sagt PD Ulrich Wirth. Mit Schnaps oder anderem hochprozentigem Alkohol sollte man eine Wunde dagegen nicht abwaschen: „Das tut sehr weh und der positive Effekt ist sicherlich gering.“
Blutet die Wunde stärker, sei es sinnvoll, die Blutung mit einer Kompresse oder einem sauberen Küchentuch zu komprimieren, damit die Blutung allmählich stoppt.
Ein Pflaster sollte man mindestens alle zwei Tage wechseln, sagt der Experte. Nässt die Wunde oder wird das Pflaster beispielsweise beim Duschen oder Händewaschen feucht, sollte man es erneuern. Bei größeren Schürfwunden rät er zu speziellen Pflastern, die nicht auf dem Grund der Wunde festkleben, etwa ein Hydrokolloid-Wundverband.
Bei Tier- oder Menschenbissen sowie großflächigeren Verbrennungen und Schürfwunden sollte man immer sofort zu einem Arzt oder am Wochenende in die Notaufnahme, um Infektionen zu verhindern. Gleiches gilt für schmutzige Wunden, etwa dann, wenn in ihr Erde oder Ähnliches klebt. Auch dann, wenn ein größeres Stück Haut fehlt oder ein Schnitt klafft, sollte man zum Arzt.
Wichtig ist es auch, die Heilung der Wunde zu beobachten. Wenn sie stark pocht, sollte ein Arzt draufschauen. Ebenso dann, wenn sie nässt oder eitriges Sekret enthält. Vorsicht ist auch angezeigt, wenn sich eine rote Linie entlang der Lymphbahnen abzeichnet – denn aus einer Wunde kann sich auch eine Blutvergiftung entwickeln, wenn der Körper mit eingetragenen Bakterien nicht alleine fertig wird.
Hat man sich einen Fremdkörper eingezogen, etwa eine Scherbe, einen Rosendorn oder einen Holzspreißel, sollte man versuchen, diesen zu entfernen. Schafft man es nicht selbst, kann der Hausarzt helfen. Darauf zu warten, dass der Fremdkörper von selbst verschwindet, indem er beispielsweise rauswächst, sei nicht ratsam. SUSANNE SASSE