So kommt die Labortechnik Infekten & Allergien auf die Spur

von Redaktion

Hightech macht es sichtbar: Nährstoffmängel und Erkrankungen hinterlassen häufig klare Hinweise in Blutbildern

Eine Laborantin mit einem speziellen Proben-Tablet für die Blutuntersuchung. © Mauritius Images

München – Das kleine Blutbild gehört zum Standard in der Arztpraxis. Ordnet der Arzt ein großes Blutbild an, wird noch ein sogenanntes Differential-Blutbild hinzugefügt, das Rückschlüsse auf verschiedene Erkrankungszustände erlaubt.

■ Das kleine Blutbild

Bei einem kleinen Blutbild wird die Anzahl, das Aussehen, die Verteilung und die Größe der roten und weißen Blutkörperchen sowie der Blutplättchen untersucht. Dazu kommen Hämoglobinwert und Hämatokritwert sowie die drei Ergänzungswerte MCV, MCH und MCHC. Die Werte helfen bei Diagnose und Unterscheidung von Anämien und lassen Rückschlüsse auf Mangelerscheinungen zu.

Weiße Blutkörperchen (Leukozyten) sind Teil des hochaktiven Abwehrsystems im menschlichen Körper. Sie erkennen und bekämpfen fremde Zellen und Erreger. Ein zu niedriger Wert kann auf eine Immunschwäche hinweisen. Ein zu hoher Wert dagegen ist ein Stresssignal des Körpers und weist auf eine virale Infektion hin. Erythrozyten (rote Blutkörperchen): Die Anzahl der roten Blutkörperchen spielt im Gegensatz zum Hämoglobin nur eine untergeordnete Rolle. Die Erythrozyten übernehmen vor allem den Sauerstoff- und Kohlendioxidtransport. Sind sie reduziert, wird weniger Sauerstoff in die Körperzellen transportiert. Ein zu hoher Wert kann jedoch ein Hinweis auf eine Erkrankung sein. Thrombozyten (Blutplättchen) sind wichtig für die Blutgerinnung und spielen eine wichtige Rolle bei der Wundheilung. Hämoglobin (Hb) ist das Sauerstofftransport-Molekül in den roten Blutkörperchen. Ist der Wert zu niedrig, spricht man von einer Anämie, also Blutarmut. Die Ursachen einer Anämie sind vielfältig. Häufig sind das Nährstoffmängel wie zum Beispiel an Eisen oder Vitamin B12. Auch ein chronischer Blutverlust zum Beispiel bei Frauen während der Periode oder eine Darmblutung oder Krebserkrankung kommen als Ursache infrage. Hämatokrit (HKT) zeigt an, wie viel Prozent des Blutes aus roten Blutkörperchen bestehen. Der Wert lässt Rückschlüsse auf die Blutverdünnung zu. Das mittlere corpuskuläre Volumen (MCV) gibt Auskunft über das durchschnittliche Volumen der roten Blutkörperchen. Daraus lassen sich Hinweise auf verschiedene Formen der Anämie ableiten. Der mittlere corpuskuläre Hämoglobingehalt (MCH) zeigt an, wie viel Hämoglobin durchschnittlich in einem roten Blutkörperchen enthalten ist.

■ Das Differential-Blutbild

Das Differential-Blutbild lässt Rückschlüsse auf diverse Erkrankungszustände zu. Neutrophile Granulozyten und Lymphozyten helfen z. B. bei der Differenzierung bakterieller oder viraler Infekte. Speziell bei viralen Erkrankungen wie beispielsweise dem Pfeifferschen Drüsenfieber sind vor allem die Monozyten erhöht. Erhöhte eosinophile Granulozyten finden sich vor allem bei allergischen Prozessen und parasitären Erkrankungen.

Monozyten sind nur kurz im Blutkreislauf, wandern dann ins Gewebe und wandeln sich zu Makrophagen, die Erreger unschädlich machen und verdauen können. Außerdem können diese Fresszellen das Immunsystem aktivieren.
Lymphozyten: Wissenschaftler unterscheiden zwischen B- und T-Lymphozyten, zudem gibt es natürliche Killerzellen. Sie erkennen und beseitigen Erreger und bilden Antikörper. Sie spielen damit eine wichtige Rolle für unser immunologisches Gedächtnis.
Granulozyten kämpfen gegen Krankheitserreger. Sie werden im Knochenmark gebildet und dann ins Blut abgegeben.
DORIT CASPARY

Artikel 4 von 4