Kann man Krebsrisiken vererben?

von Redaktion

Prof. Hana Algül Direktor Krebszentrum München Comprehensive Cancer Center (CCC) München, TUM Universitätsklinikum

Grundsätzlich muss man sagen, dass es Krebserkrankungen gibt, die tatsächlich vererbt werden können. Gerade in solchen Fällen ist eine ausführliche Erhebung jeglicher Krebserkrankungen innerhalb der Familie wichtig; also Krebsformen, die bei Verwandten, vor allem in jungen Jahren, auftreten. In solchen Fällen weicht man von den klassischen Vorgaben in Bezug auf Vorsorge ab. Im Klartext heißt das, jeder sollte seine Familiengeschichte durchgehen. Gibt es eine Häufung von Tumorerkrankungen vor allem bei jungen Verwandten, sollte man das sehr ernst nehmen. Und Achtung: Nicht nur isoliert auf die Tumorarten schauen: Wenn männliche Vorfahren gehäuft Prostatakrebs hatten, kann das zu einer Erhöhung des genetischen Risikos für andere Krebsarten, z.B. Brust- oder Bauchspeicheldrüsenkrebs führen. Dennoch mein Rat an jeden, ob mit Krebserkrankungen in der Familie oder auch nicht: Nehmen Sie alle angebotenen Vorsorge- und Früherkennungsuntersuchungen wahr! Je früher Krebs entdeckt wird, desto größer sind die Chancen, ihn zu besiegen. Welche Untersuchungen wann wichtig sind, kann man beispielsweise auf der Seite des Deutschen Krebsforschungszentrums nachlesen: www.krebsinformationsdienst.de

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