Senioren sind besonders gefährdet

von Redaktion

Bei Ausrutschern erhöhen Blutverdünner und schlechte Knochenqualität das Verletzungsrisiko

Ingolstadt – Senioren sind bei Stürzen besonders gefährdet – unter anderem deshalb, weil ihre Gangsicherheit und ihre Reaktionsfähigkeit im Vergleich zu jüngeren Jahren bereits stark nachgelassen hat. „Dazu kommt, dass viele ältere Menschen eine verminderte Knochenqualität aufweisen und blutverdünnende Medikamente einnehmen müssen. Dadurch kann es insbesondere bei Stürzen auf den Kopf zu schweren Gehirnblutungen kommen“, warnt Unfallchirurg Professor Hans-Georg Palm. Ältere Menschen, die bei Glatteis unbedingt das Haus verlassen müssen, sollten sich mit langsamem Tempo und kleinen Schritten im sogenannten Pinguin-Gang fortbewegen. „Hilfreich können auch Grödel bzw. Leichtsteigeisen, Winterschuhe mit Spikes oder Anti-Rutsch-Sohlen sein.“

Ganz wichtig: Nehmen Sie bei Glatteis-Gefahr unbedingt die Hände aus den Jackentaschen und halten Sie Ihre Hände frei. Dr. Christopher Spering von der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) erklärt den Hintergrund: „Wir vermeiden den Aufprall auf den Hinterkopf, wenn wir bei Glatteis langsam gehen und den Körperschwerpunkt leicht nach vor verschieben. Rutschen wir aus und kommt es zum Sturz, fallen wir eher nach vorne. Hierbei können wir uns entweder mit den Händen abfangen oder seitlich abrollen.“

Beim Sturz auf Glatteis sei es entscheidend, den Körper bewusst zu entspannen, die Energie des Aufpralls über eine größere Fläche zu verteilen und kritische Bereiche wie den Kopf zu schützen, so der Mediziner. „Das muss eigentlich von Kindheit an trainiert werden, damit im Notfall die Reflexe richtig einsetzen. Daher rate ich Eltern, schon mit ihren Kindern Sturztechniken zu trainieren. Man muss sich das vorstellen wie bei einem Fußballspieler: Sie lernen, wie sie sich seitlich oder über die Schulter abrollen können, um die Aufprallenergie zu verteilen. Kinder und Erwachsene können das beispielsweise auf einem Trampolin üben.“

Wenn ein Unfall auf dem Weg zur Arbeit passiert, sollten Berufstätige eine Arztpraxis oder Klinik mit der Bezeichnung Durchgangsarzt aufsuchen. „Dies ist aus versicherungsrechtlichen Gründen wichtig, weil die Übernahme der Behandlungskosten in der Regel von den Berufsgenossenschaften abgewickelt werden“, erklärt Palm.
BEZ

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