KI-Firma will keine KI-Bewerbung

von Redaktion

Das kalifornische KI-Start-up Anthropic, das für sein Sprachmodell Claude bekannt ist, sorgt mit einer bizarr wirkenden Forderung für Aufsehen. Das kürzlich mit 60 Milliarden Dollar bewertete Unternehmen bittet Job-Kandidaten ausdrücklich, bei ihren Bewerbungen auf KI-Unterstützung zu verzichten. Man möchte, so Anthropic, „die unverfälschte Motivation und Kommunikationsfähigkeit der Kandidaten bewerten“. Mithilfe der Künstlichen Intelligenz, die die Firma selbst anbietet, sei das nicht möglich.

Auf seiner Website wirbt Anthropic ausdrücklich damit, dass seine Software beim Schreiben in allen Lebenslagen hilft. Sogar Priester würden damit bei ihrer Predigtvorbereitung arbeiten. Nur im eigenen Umfeld soll es nicht erlaubt sein, die KI für Texte zu nutzen. Das Unternehmen thematisiert die „Glaubwürdigkeitskrise“ traditioneller Einstellungspraktiken, bei denen sich KI-Bewerbungen kaum mehr von persönlich verfassten Texten unterscheiden lassen und Personaler bei Vorstellungsgesprächen immer wieder böse Überraschungen erleben. Als Lösung setzen Arbeitgeber verstärkt auf direktere Interaktionen wie Videointerviews, bei denen KI-Hilfe nichts bringt – zumindest vorerst.

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