Kann Übergewicht sogar gesund sein?

von Redaktion

Dr. Hanna Heikenwälder Krebsexpertin Universität Tübingen

Es klingt beruhigend, ist aber leider nicht wahr. Das Gerücht von den ,schützenden Kilos‘ stammt aus einer falschen Interpretation einer Studie aus 2013. Normalgewichtige und sportliche Menschen, die nicht rauchen oder viel Alkohol trinken und sich gesund ernähren, haben die höchste Lebenserwartung. Der Grund: Übergewicht steigert das Risiko insbesondere für Krebs oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Die Studie, die für leichtes Übergewicht im mittleren und hohen Alter Entwarnung gab, leidet an mehreren Fehlern. Bei der Analyse der Gesamtsterblichkeit wurde nicht nach Todesursachen wie Unfällen oder Krankheiten wie Krebs, Schlaganfällen oder Infektionen unterschieden. Schaut man sich die Zahlen genauer an, sieht man, dass von den übergewichtigen Menschen weniger an Unfällen starben als bei Normalgewichtigen. Das liegt vermutlich daran, dass Übergewichtige seltener riskante Sportarten ausüben. Die Gesamtsterblichkeit ist am niedrigsten bei Personen, deren Gewicht im unteren bis mittleren Bereich des Normalgewichts liegt – was bei einer Körpergröße von 1,70 Metern etwa 61 Kilogramm entspricht. Immerhin: Es stimmt, dass das Krebsrisiko mit dem Alter bei leichtem Übergewicht senkt, das aber gilt erst ab einem Alter von etwa 80 Jahren.

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