Das Kochbuch für die Leber kostet 28 Euro. © humboldt
Deftige Gemüselasagne.
Frischer Himbeer-Mojito.
Selbst kochen zu können, mit wenig Fett, Salz und Zucker, schützt die Gesundheit, sagt Expertin Dr. Nicole Erickson. Sie rät jedem, der das nicht kann, zu einem Kochkurs. © PantherMedia
München – Viele glauben, vor allem Alkoholiker leiden unter einer Fettleber – der Normalbürger sei selten betroffen. Das ist ein gefährlicher Irrtum: Die häufigste Form der Fettleber ist nämlich die nicht-alkoholische Fettleber (NAFL)! Eine Fettleber kann sich entzünden – und dies erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Krebs drastisch. Ob die Leber krank ist, merken Betroffene oft sehr spät, da die Leber ein Organ ist, das lange Zeit sehr viel kompensiert. Auch gibt es meist nur unspezifische Symptome für eine Fettleber, sagt Prof. Michael Manns, Vorsitzender der Deutschen Leberstiftung. Häufig sind Abgeschlagenheit und Müdigkeit, manche Betroffene bemerkten zudem ein Druck- oder Völlegefühl im rechten Oberbauch.
Wichtig zu wissen: Gegen eine Fettleber gibt es keine Medikamente! Die Therapie zielt in erster Linie auf eine Lebensstil-Veränderung mit mehr Bewegung und einer Ernährungsumstellung. Hierbei kann auch Kaffee helfen: Studien zeigen, dass Kaffee die Leberfunktion unterstützt und schützt. Um festzustellen, ob man an einer Lebererkrankung leidet, sollte man die Leberwerte kontrollieren lassen, rät Prof. Brigitte Mayinger, Leberexpertin im Helios-Klinikum: „Sollten diese erhöht sein, gehört zum Risiko-Check auch die Kontrolle der Blutfette mit dem Gesamt-Cholesterin, dem (schlechten) LDL-Cholesterin und die Triglyceride“, erklärt Prof. Mayinger. Zudem würde sie den Blutzucker-Langzeitwert testen, den sogenannten HbA1c-Wert. Dieser liegt bei gesunden Menschen zwischen etwa 4,5 und 5,7 Prozent (20 und 40 mmol/mol). Auch zu viel Blutzucker und eine erhöhte Zufuhr schnell-resorbierbarer Kohlenhydrate erhöhen das Fettleber-Risiko, warnt Prof. Mayinger.
„Eine wichtige Fähigkeit ist es, selbst kochen zu können“, sagt LMU-Ernährungsexpertin Dr. Nicole Erickson und rät zu einem Kochkurs. Denn wer kocht, weiß genau, was drin ist. Gegen eine Fettleber hilft es, sich mit wenig Zucker, Salz und Fett zu ernähren: „Lassen Sie Fruchtsäfte, gezuckerte und mit Fructose gesüßte Getränke weg.“
Eine Fettleber geht oft einher mit Übergewicht. Wer abnehmen will, sollte auf die Kaloriendichte achten, rät Dr. Nicole Erickson: „Hier kann man viel erreichen, ohne dass es sich nach Verzicht anfühlt“, sagt die Ernährungswissenschaftlerin. „Ersetzen Sie beispielsweise fetten Lachs durch fettärmeren Seelachs. Gleich gute Dienste leisten fettarme Milch und Joghurt. Kürbissuppe kann man mit Brühe statt mit Sahne aufgießen.“
Gemüse und Obst sollte man täglich essen, und zwar drei Handvoll Gemüse und zwei Handvoll Obst. Gegen Langeweile auf dem Teller rät Dr. Erickson: „Testen Sie jede Woche ein neues Gemüse.“