Beckenbruch durch Sturz aus dem Stand

von Redaktion

Professor Hans-Georg Palm Direktor des Zentrums für Orthopädie und Unfallchirurgie am Klinikum Ingolstadt © Foto: Klinikum Ingolstadt

Schmerzen am Kreuzbein, dem sog. Sakrum, können im Alter neben beispielsweise verschleißbedingten Erkrankungen auch ein Hinweis auf einen Bruch am Beckenring sein. Dabei muss es gar nicht zu einer höherenergetischen Kraftübertragung wie bei jüngeren Menschen gekommen sein, sei es durch Verkehrsunfälle oder durch Stürze aus sehr großer Höhe. Bei älteren Patientinnen oder Patienten reicht oft nur ein Sturz aus dem Stand; bisweilen können sie sich sogar gar nicht an einen Unfall erinnern. Grund hierfür ist die schlechte Knochenqualität bei Osteoporose (Knochenschwund), welche spontane Brüche auftreten lässt. Deshalb sind Frauen häufiger betroffen. Erschwert wird die diagnostische Abklärung der Beschwerden dadurch, dass sich im Röntgen Brüche am hinteren Beckenring kaum erkennen lassen. Sollten Sie also entweder Schmerzen am Kreuzbein haben oder sich gar im Röntgen ein Bruch am vorderen Beckenring darstellen lassen, sollte als nächster diagnostischer Schritt eine Computertomografie veranlasst werden. Hiermit lassen sich in aller Regel Kreuzbeinbrüche (hinterer Beckenring) gut erkennen. Die weitere Behandlung gehört in erfahrene Hände: Denn das therapeutische Spektrum reicht von konservativen Maßnahmen bis hin zur Operation, mit dem übergeordneten Ziel, Ihnen wieder eine schmerzfreie Beweglichkeit und Teilhabe am Alltag zu ermöglichen. Operativ bedienen wir uns dabei zumeist minimalinvasiv-weichteilschonend eingebrachter Schrauben oder Stäben, ggf. verstärkt durch zusätzliches Einbringen von Knochenzement. Aufgrund der komplizierten Anatomie des Beckens sind während der Operation 3D-Bildwandler, ggf. sogar mit Unterstützung durch ein Navigationssystem, hilfreich. Diese moderne Technik erhöht die Exaktheit des Eingriffs und hilft Komplikationen zu reduzieren.

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