Gesicht: Pfefferkörner, Kümmel und roter Faden.
Die Füße und den Schwanz am Körper anbringen.
Aus einem L wird der Lammkörper geformt.
Mit einem Zahnstocher das Fell aufbringen.
Ostern kann kommen: Das Butterlamm von Petra Wierer (49) thront inmitten von bunten Eiern. In der Osternacht wird es mit anderen Speisen in der Kirche geweiht. © Astrid Schmidhuber
Seit Petra Wierer (49) denken kann, gibt es in ihrer Familie ein Butterlamm. „Früher hat meine Tante bis zu zehn Stück vor den Feiertagen hergestellt, jetzt habe ich diese Aufgabe übernommen. Aber ich mache nur zwei Stück, eines für meine Familie und eins für meine Cousine Sylvia.“ In der Osternacht wird das Lamm in einen Korb gepackt und mit anderen Speisen vor den Altar gelegt, damit der Geistliche alles segnen kann. „Das hat bei uns so Tradition.“
Das Osterlamm hat seinen Ursprung in vorchristlichen Zeiten: Seit Jahrtausenden gilt das Schaf als Symbol des Lebens, da es nicht nur Nahrung wie Fleisch, Milch und Käse liefert, sondern mit seiner Wolle auch Kleidung. In alten Kulturen opferten die Menschen während des ersten Vollmondes nach Frühlingsbeginn deshalb den Göttern Lämmer.
Diese heidnische Tradition entwickelte sich im Christentum weiter. Das Osterlamm steht symbolisch für neues Leben und die Wiederauferstehung Christi. Osterlamm kennen wir als zarten Braten, gebackenen Biskuit oder eben als Butterlamm.
Im Alpenraum ist es weit verbreitet, zu Ostern ein Butterlamm anzufertigen. So wie in der Familie von Petra Wierer. Sie stammt aus dem Pustertal in Südtirol, heuer packt sie das Lamm für ihre Tochter in eine große Plastikbox. Tochter Silke macht gerade ein Praktikum in einem Münchner Krankenhaus. Wie die Tradition entstanden ist, nach der Fastenzeit ein Lamm aus Butter herzustellen, weiß eigentlich so recht niemand. Im Pustertal erzählt man sich, dass nach der vorösterlichen Fastenzeit Butter heiß begehrt war. Und vor allem auf den Almen ein verfügbares Gut war. „Nach der Fastenzeit hat man sich gefreut, wieder herzhaft in ein Butterbrot beißen zu können“, hat Petra Wierer übermittelt bekommen. Neben dem Butterlamm befinden sich Salz, Eier, Aufschnitt, Speck, eine Meerrettichwurzel und ein Hefegebäck in Hasenform im Korb. „Alles, was man für ein ausgiebiges Frühstück nach der Osternacht braucht.“
Für das Butterlamm braucht man zwar nur eine Butter und ein paar Haushaltsutensilien, die man zu Hause hat. Viel wichtiger aber ist, dass man Zeit mitbringt. „Weil man das Lamm zwischen den einzelnen Schritten immer wieder kühlen muss. Nur beim Formen des Kopfes darf die Butter etwas weicher sein, lautet Petra Wierers Tipp. „Die Mühe lohnt.“