Wie bei diesen Patienten auch die Seele leidet

von Redaktion

So hilft die Psychokardiologie: Fachübergreifende Zusammenarbeit von Kardiologen und Therapeuten

Nach einem Herzinfarkt benötigen viele Menschen auch psychologische Unterstützung. © Mauritius Images

München – Studien belegen, dass Stress, Angststörungen und Depressionen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erheblich erhöhen. Chronischer Stress führt beispielsweise zu einer verstärkten Ausschüttung von Stresshormonen wie Cortisol und Adrenalin, die langfristig Blutdruck und Herzfrequenz steigern können. Dies fördert die Entwicklung von Bluthochdruck, Arteriosklerose und Herzrhythmusstörungen. Besonders Depressionen sind ein wesentlicher Risikofaktor für Herzinfarkte. Patienten mit depressiven Symptomen zeigen oft eine erhöhte Entzündungsaktivität im Körper, die das Fortschreiten kardiovaskulärer Erkrankungen begünstigt.

Umgekehrt haben Patienten, die bereits an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung leiden, ein erhöhtes Risiko für psychische Probleme. Herzinfarkt oder Herzinsuffizienz können das Leben drastisch verändern und Ängste, Depressionen oder sogar posttraumatische Belastungsstörungen auslösen. Dies hat direkte Auswirkungen auf die Genesung: Patienten mit psychischen Erkrankungen fällt es zuweilen schwerer, sich an medizinische Vorgaben wie die Einnahme von Medikamenten oder Lebensstilveränderungen zu halten.

„Die moderne Psychokardiologie entwickelt gezielte Behandlungsansätze, um diesen Wechselwirkungen entgegenzuwirken“, bestätigt Prof. Stefan Sack. Neben klassischen kardiologischen Therapien werden zunehmend psychotherapeutische Interventionen wie kognitive Verhaltenstherapie oder Achtsamkeitstraining eingesetzt. Besonders in Rehabilitationsprogrammen spielt die psychische Betreuung eine entscheidende Rolle, um langfristige Erfolge zu sichern. Durch eine interdisziplinäre Zusammenarbeit von Kardiologen, Psychologen und Therapeuten lassen sich bessere Therapieergebnisse erzielen und die Lebensqualität der Patienten nachhaltig verbessern.
DOP

Artikel 5 von 5