Essen beeinflusst auch unsere DNA

von Redaktion

Eiweiß stärkt die Selbstheilungskräfte, Zucker befeuert Entzündungen

Ketchup schmeckt nur, weil er viel Zucker enthält. © dpa-tmn

Brot, Pasta, Chips, Limo, Gummibärchen – unser moderner Speiseplan ist voll davon. Doch was viele nicht wissen: Diese „Kost“ kostet uns nicht nur Energie, sondern kann unsere Gene regelrecht krank machen. Unsere Ernährung hat direkten Einfluss darauf, welche Gene im Körper an- oder abgeschaltet werden. „Jeden Tag stellen wir mit unserem Essen unsere epigenetischen Schalter neu – fragt sich nur, ob auf gesund oder auf krank,“ schreibt Dr. Ulrich Strunz in seinem Buch „Der Gen-Trick“ (Heyne Verlag, 224 Seiten, 22 Euro).

Zucker macht Gene krank

Beginnen wir mit dem schlimmsten Übeltäter: Zucker. Wer regelmäßig Zucker konsumiert – egal ob in Cola, Weißbrot oder versteckt in Ketchup – aktiviert laut Strunz Gene, die Entzündungsreaktionen auslösen und das Immunsystem schwächen. Diese aktivierten Gene wiederum sind an der Entstehung von Diabetes, Alzheimer, Übergewicht, Arteriosklerose und Krebs beteiligt.

DNA-Baumeister Eiweiß

Doch es gibt auch Lebensmittel, die die Selbstheilungskräfte aktivieren. Allen voran: hochwertiges Eiweiß. „Proteinreiche Ernährung wirkt epigenetisch.“, betont Strunz. Aminosäuren (Bausteine des Eiweißes) werden direkt für Zellreparatur, Entzündungshemmung und Hormonregulation benötigt. Strunz empfiehlt pro Tag etwa ein bis zwei Gramm Eiweiß pro Kilo Körpergewicht – am besten aus Eiern, Fisch, magerem Fleisch, Soja, Hülsenfrüchten, Nüssen und Milchprodukten. Das baut auch Muskelmasse auf und stärkt das Immunsystem.

Der Darm denkt mit

Ein zentrales Organ ist der Darm. Denn hier lebt unser Mikrobiom – Milliarden nützlicher Bakterien, die dafür sorgen, dass gute Nährstoffe ankommen und schlechte Gene stummgeschaltet bleiben. Doch industriell verarbeitete Lebensmittel, Zucker, Antibiotika und Alkohol zerstören dieses sensible Gleichgewicht. „Wer gesund leben will, muss sich bewusst ernähren. Eine natürliche, eiweiß- und fettreiche Ernährung mit viel Gemüse und Salat ist wichtig, um epigenetische Prozesse in die richtige Richtung zu lenken. Wer gesund leben will, muss sich bewusst ernähren. Eine natürliche, eiweiß- und fettreiche Ernährung mit viel Gemüse und Salat ist wichtig, um epigenetische Prozesse in die richtige Richtung zu lenken.“ Und je besser der Darm, desto besser funktioniert auch die epigenetische Steuerung.

Grünzeug aktiviert Schutz

Positiv wirken sich auch bestimmte Pflanzen in der Ernährung auf die Gene aus. Denn viele sekundäre Pflanzenstoffe – zum  Beispiel in Brokkoli, Kurkuma, Spinat, Heidelbeeren oder grünem Tee – beeinflussen unsere DNA direkt. „Bestimmte Nährstoffe wie Omega-3-Fettsäuren oder sekundäre Pflanzenstoffe sind für eine gesunde Epigenetik unverzichtbar. Ist der Körper gut mit diesen Stoffen versorgt, sinkt das Risiko für chronische Erkrankungen“, schreibt Strunz. Kurkuma z. B. hemmt entzündliche Gene. Sulforaphan aus Brokkoli verstärkt die Bildung von Tumorsuppressoren. Resveratrol aus roten Trauben kann das Wachstum von Krebszellen hemmen. Sein Rat: „Wir sollten dem Körper geben, was er wirklich braucht: viel Eiweiß, massenhaft Gemüse und keine Plastikbecher voller Junkfood.“
HOE

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