Statt menschlichen Sprechern sollen bei Hörbüchern künftig KI-Stimmen zu hören sein. Sie sind nicht besser, aber billiger. © Freepik
Die Amazon-Tochter Audible ist Marktführer für Hörbücher. Zahllose Romane oder Sachbücher gibt es dort zum bequemen Anhören, man kann sie einfach über das Smartphones streamen, beispielsweise im Auto oder beim Sport. Das Monatsabo kostet 9,95 Euro, die ersten 30 Tage sind gratis. Nun will der US-Konzern sein Angebot an den sogenannten Audiobooks drastisch erhöhen: mit von Künstlicher Intelligenz (KI) generierten Stimmen statt menschlichen Sprecherinnen und Sprechern. Das System soll Hörbücher in nie dagewesenem Tempo produzieren, ohne Tonstudio, Mikrofone oder menschliches Zutun. Kreative reagieren entsetzt. Sie sehen durch den Siegeszug der Maschinen ihr Schaffen bedroht – vorausgesetzt, die Hörer nehmen die KI-Hörbücher an.
Verlage können für die Vertonung laut Audible aus 100 KI-generierten Stimmen wählen, die anfänglich Englisch, Spanisch, Französisch und Italienisch sprechen und sogar lokale Dialekte beherrschen sollen. Deutsch kommt später dazu. Die Stimmen sollen sich weitgehend natürlich anhören. Hörbuch-Sprecher können KI-Klone ihrer eigenen Stimmen anlegen – und sich damit praktisch selbst abschaffen. Der Übersetzer Frank Wynne bringt es so auf den Punkt: „Niemand behauptet, dass KI für Übersetzungen, Hörbücher oder sogar zum Schreiben von Büchern besser ist. Es gibt nur einen einzigen Grund – dass sie billiger ist.“