HERZ & ZÄHNE

Bluthochdruck: Parodontitis durch Tabletten

von Redaktion

Bluthochdruck-Tabletten: Wer sie nimmt, sollte auch auf seine Zähne achten. © Your Photo

München – Bluthochdruck ist eine Volkskrankheit, die allein in Deutschland viele Millionen Menschen betrifft. Um die Werte in den Griff zu bekommen, nehmen viele Patienten Medikamente ein – eine wertvolle Investition in die Gesundheit, weil unbehandelte Hypertronie potenziell lebensgefährliche Erkrankungen wie Schlaganfall, Herzinfarkt oder Herzschwäche verursachen kann. „Die regelmäßige Einnahme der Medikamente und die ärztliche Kontrolle ist also sehr wichtig. Allerdings sollten Hypertoniker auch daran denken, regelmäßig zum Zahnarzt zu gehen. Denn Bluthochdruckmittel können die Entstehung von einer Parodontitis begünstigen“, rät der Zahnmediziner und Parodontologe Professor Hannes Wachtel von der Implaneo Dental Clinic in München.

Das bestätigt auch die zahnmedizinische Fachgesellschaft DG Paro: „Viele Herz- und Blutdruckmedikamente haben Auswirkungen auf die Mundhöhle. In erster Linie führen die Mittel zu einer verringerten Speichelproduktion und damit zu Mundtrockenheit. Speichel ist ein erstes Element der Verdauung von Kohlenhydraten. Er bewahrt die Zähne vor Säureangriffen und damit vor Karies, bildet einen Schutzfilm vor Verletzungen der Mundschleimhäute und enthält antibakterielle Bestandteile. Daher haben Patienten mit Mundtrockenheit ein erheblich erhöhtes Risiko, an Karies und Parodontitis zu erkranken.“

Diese Erkrankung des Zahn-Halte-Apparats wird noch immer oft unterschätzt. „Die entzündlichen Prozesse führen nicht nur dazu, dass sich Zähne lockern und ausfallen können. Sie bereiten auch den Nährboden dafür, dass aggressive Keime durch die Blutbahn in andere Organe gelangen, beispielsweise ins Herz. Sie können unter anderem die Herzklappen schwerstens schädigen“, erläutert Wissenschaftler Wachtel.

Zu den Warnsignalen für Parodontitis gehören geschwollenes und gerötetes Zahnfleisch, verfärbte Zähne, Zahnfleischbluten beim Zähneputzen oder bei der Zahnreinigung beispielsweise mit einem Zahnstocher, Zahnfleischrückgang, gelbliche, eiterähnliche Flüssigkeit am Zahnfleischsaum, mitunter Mundgeruch, eine veränderte Zahnstellung oder Zahnlücken. In solchen Fällen sollte man unbedingt rasch zum Zahnarzt gehen.
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