Die Welt nach dem Smartphone

von Redaktion

Die Google-Brille ist Android XR Glasses ist bisher noch ein Prototyp und könnte frühestens 2026 kommen. © Google

Ein kleines Schmuckstück: Jony Ives KI-iPhone zum Umhängen könnte so aussehen. © 9to5Mac

Nicht schön, aber praktisch: Bisher zieht man dauernd das Handy aus der Tasche, um Informationen zu checken. Künftig könnten diese in einer Brille erscheinen. © Merkur/KI

Seit Apple 2007 das iPhone erfunden hat, dominiert das Smartphone unsere Kommunikation – mit allen positiven und negativen Folgen. Doch das Handy wäre die erste Technik, die nicht irgendwann von einem noch besseren Nachfolger abgelöst wird. Experten sind sich einig: In den 2030er-Jahren endet die Smartphone-Ära. Aber was kommt danach? Ganz klar ist das bisher nicht. Wir verraten, welche Ideen gerade diskutiert werden und welche Produkte geplant sind.

■ KI-iPhone zum Umhängen

Dieser Deal könnte die Technik-Welt auf den Kopf stellen. KI-Spezialist und ChatGPT-Erfinder OpenAI hat gerade für 6,4 Milliarden Dollar „io“ übernommen, die Firma von Apples ehemaligem Design-Guru Sir Jonathan „Jony“ Ive (58). Der Engländer hat mit dem iMac, dem iPod und dem iPhone schon dreimal revolutionäre Geräte erfunden. Nun soll er es ein viertes Mal schaffen.

Ziel ist ein KI-Alltagsbegleiter, der in jeder Situation Antworten liefert, Informationen parat hat und bei allen nur denkbaren Aufgaben weiterhilft. Wer wissen will, in welche Richtung er abbiegen muss, wer sich mit einem Japaner unterhalten möchte, obwohl er nicht Japanisch spricht, oder wer sich beim Joggen von einem virtuellen Trainer motivieren lassen will – das alles soll per Sprache klappen. Und zwar, ohne dass man ständig auf einen Bildschirm starren muss. Dafür sind Kamera, Mikrofon, Lautsprecher und Sensoren für Gesundheitsdaten eingebaut.

OpenAI-Chef Sam Altman findet, dass aktuelle Internetgeräte wie Smartphones, Tablets oder Laptops zu unpraktisch und zu unflexibel fürs KI-Zeitalter sind. Er verspricht für den ersten Anlauf seiner Firma in Sachen Hardware „das coolste Gerät, das ich je gesehen habe“. Star-Analyst Ming-chi Kuo erwartet für 2026 oder 2027 von Jony Ive ein winziges Kästchen, das man sich wie ein Schmuckstück um den Hals hängen kann.

■ AR-Brille von Apple

Nachdem Apples 4000 Euro teure Datenbrille Vision Pro im unpraktischen Skibrillen-Design bisher gefloppt ist, konzentriert sich der US-Konzern jetzt auf eine unauffällige Brille für den Alltag. In deren Sichtfeld werden alle Informationen von eingehenden Nachrichten bis zum Terminkalender eingeblendet. Die „Apple Glass“ soll das letzte große Ziel von Konzernchef Tim Cook (64) sein.

Eine erste Version der AR-Brille (Augmented Reality, erweiterte Realität) könnte schon 2026 erscheinen. Doch bis alle Funktionen eingebaut sind, dürfte es noch länger dauern. Schließlich müsste so ein Gerät die Leistung eines iPhones mit einem Zehntel des Stromverbrauchs bieten.

■ Neue Google-Brille

Die „Android XR Glasses“ sind Googles jüngster Vorstoß im Bereich Augmented Reality. Sie wurden auf der Hausmesse I/O 2025 gerade erstmals offiziell gezeigt. Anders als frühere Experimente wie Google Glass soll dieses Modell ein vollwertiges Produkt werden. Allerdings befindet es sich noch in der Entwicklungsphase. Ein konkreter Marktstart wurde nicht genannt, Beobachter rechnen frühestens 2026 mit einer Veröffentlichung.

Die Brille nutzt Android XR, ein speziell angepasstes Betriebssystem für solche Extended-Reality-Geräte. Sie bietet Funktionen wie Live-Übersetzungen im Sichtfeld, AR-Navigation, interaktive Inhalte und die Integration von Google-Diensten. Gesteuert wird sie per Sprache, Blickrichtung und Gesten. Google will damit ein ganz neues Produktsegment schaffen, das langfristig Smartphones in bestimmten Alltagssituationen ergänzen oder ersetzen könnte.

■ Smartphone ohne Apps

Carl Pei, Gründer und Chef des englischen Hardware-Startups Nothing, prognostiziert, dass es in sieben bis zehn Jahren keine klassischen Apps fürs Smartphone mehr geben wird. Er glaubt, dass das Handy von morgen auch ohne Apps die Bedürfnisse des Nutzers kennt, proaktiv Vorschläge macht und Handlungen automatisiert ausführt. Auch das wäre das Ende des iPhone-Prinzips. Pei findet ohnehin, dass Apple nur noch uninspiriert seinen Erfolg verwaltet. Sein vergiftetes Angebot an Tim Cook: „Lass mich wissen, wenn Du Hilfe bei Deinen Produkten brauchst.“

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