Prof. Halvard B. Bönig Transfusionsmediziner Institut für Transfusionsmedizin, DRK-Blutspendedienst
Eine Blutspende kann Leben retten – und bringt keine Nachteile für die Spendenden: Das zeigt eine aktuelle Studie über die langfristigen Auswirkungen einer Blutspende auf die Gesundheit der Spenderinnen und Spender selbst. Die Forschenden, unter ihnen Mitglieder der Deutschen Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie, untersuchten, wie sich häufiges Blutspenden auf die genetische Vielfalt der Blutstammzellen auswirkt. In der Studie konnten bei Langzeitspendern keine krankhaften Veränderungen in Stammzellen beobachtet werden. Im Gegenteil: Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass sich das blutbildende System sogar auf vorteilhafte Weise an die wiederkehrende Herausforderung anpassen kann. Vielspender haben kein erhöhtes Risiko für Blutkrankheiten. Wer regelmäßig spendet, unterliegt also einer Art natürlicher Optimierung seines blutbildenden Systems. Dennoch ist es natürlich wichtig, mindestens acht Wochen Abstand zischen zwei Blutspenden einzuhalten und darauf zu achten, dass man vor einer Spende gesund ist und über einen ausreichend hohen Eisenwert verfügt. Frauen dürfen in der Regel viermal, Männer sechsmal im Jahr Vollblut spenden. Die Anzahl ist für Frauen niedriger als für Männer, da Frauen genetisch bedingt ein höheres Risiko für Eisenmangel haben und im Durchschnitt eine geringere Blutmenge haben.