Patientin Christine Rixner hat Sport sehr geholfen. © Y. Walbrun
Als bei Christina Rixner, 57, Brustkrebs diagnostiziert wurde, stand für sie erst einmal alles still. Operation, Chemotherapie, Monate der Angst. Danach war sie körperlich am Ende – und auch psychisch angeschlagen. „Ich war ständig müde, konnte kaum das Haus verlassen“, erinnert sie sich. „Aber mein Onkologe hat mir empfohlen, wieder Sport zu machen – auch wenn es nur 15 Minuten sind.“
Am Anfang war es ein Kampf. Einmal um den Block, dann zweimal. „Ich habe mich regelrecht gezwungen und das, obwohl ich schon immer gerne Sport gemacht habe.“ Nach ein paar Wochen stellte sich ein Gefühl ein, das sie schon kaum mehr kannte: Stolz. Und Energie. Heute macht sie wieder so viel Sport wie möglich. Ihr Arzt sagt: Ihre Blutwerte sind gut, sie hat kaum Nebenwirkungen, die Fatigue ist verschwunden.
„Bewegung macht stark im Kampf gegen Krebs“ – weiß auch Professor Dr. med. Volker Heinemann, einer der führenden Experten auf diesem Gebiet und Leiter der onkologischen Tagesklinik an der LMU München, Vorsitzender des Tumorzentrums München (TZM), Direktor Comprehensive Cancer Center München (CCCM) und Präsident der Bayerischen Krebsgesellschaft. Laut neuesten Studien – darunter die CHALLENGE-Studie bei Darmkrebspatienten –schützt Bewegung nicht nur vor Tumoren, sie kann sogar helfen, Rückfälle zu vermeiden. Besonders bei Brust- und Darmkrebs zeigen aktuelle Studien, dass regelmäßige körperliche Aktivität das Risiko eines Wiederauftretens der Erkrankung deutlich senkt.
Christina Rixner ist inzwischen wieder komplett gesund und treibt jede Menge Sport. Tennis, Skifahren, Segeln. Nicht, weil sie muss – sondern weil sie wieder kann.
Sie hat gelernt, dass jeder Schritt zählt. Dass Bewegung nicht nur ihrem Körper, sondern auch ihrer Seele hilft. „Ich bin durch die Bewegung wieder zu mir gekommen“, strahlt sie. „Es war das Beste, was ich für mich tun konnte.“YVONNE WALBRUN