Warum man eine Chemotherapie wechselt

von Redaktion

Prof. Volker Heinemann Vorsitzender Tumorzentrum München Direktor Krebszentrum München (CCC) Präsident Bayerische Krebsgesellschaft © LMU-Klinikum

Der Zweck einer Chemotherapie ist, Tumorzellen abzutöten, die sich in Teilung befinden. Im optimalen Fall wird der Tumor bis auf die letzte Tumorzelle vernichtet, was einer Heilung entspräche. Allerdings kann es auch vorkommen, dass die Tumorzellen im Therapieverlauf resistent werden und dass also die Tumorbelastung wieder zunimmt. Um die Effektivität einer Tumorbelastung besser zu verstehen, verwenden wir Ärzte sogenannte Tumormarker. Das sind Stoffe, die mit der Tumorbelastung korrelieren und die man im Blut messen kann. Wirkt eine Therapie, so erwartet man einen Abfall der Tumormarker. Umgekehrt kann man bei einem Anstieg der Tumormarker vermuten, dass eine Therapie nicht mehr effektiv ist. Bestätigt sich dieser Verdacht durch die Bildgebung, so muss man die Behandlungsstrategie wechseln. Zum Hintergrund ist es vielleicht gut, auch noch zu erklären, dass wir vor Beginn der Behandlung eine molekulare Diagnostik machen. Bei dieser guckt man, ob der Tumor Genveränderungen hat, an denen man gezielt mit Medikamenten ansetzen kann. Molekular gezielt eingesetzte Medikamente sind nicht nur genauer in ihrer Wirkung, sie sind auch häufig deutlich nebenwirkungsärmer als die herkömmlichen Chemotherapien.

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