Nutria verbreiten sich entlang der großen Flüsse. © Pleul/dpa
Berllin – Der südamerikanische Nutria breitet sich in Deutschland weiter aus. Die invasive Tierart kommt mittlerweile in 35 Prozent der Jagdgebiete vor, meldet der Deutsche Jagdverband in Berlin. Das sei eine Verdopplung gegenüber 2015. Aus Sicht des Verbandes haben Nutrias, deren ursprüngliche Populationen meist durch entflohene Farmtiere entstanden, negative Folgen für den Hochwasser- und Artenschutz. Die Biberratten untergraben Flussufer sowie Deiche und vernichten Schilfgürtel. In Bayern dürfen die Tiere bereits gejagt werden. Die Jäger fordern eine Aufnahme der Nutria ins Bundesjagdgesetz. Häufig werden Tiere auch in städtischen Bereichen heimisch.
Für die Untersuchung wurden Daten aus 23 000 Jagdrevieren ausgewertet, diese umfassen laut DJV mehr als ein Drittel der forst- und landwirtschaftlichen Fläche Deutschlands. Die großen Flüsse Rhein, Ems, Weser und Elbe bieten den auch Sumpfbiber oder Biberratte genannten Tieren ideale Lebensgrundlagen. „Durch unerlaubte Fütterung, klimatische Vorteile und jagdliche Einschränkungen sind Nutrias mittlerweile häufig in städtischen Bereichen vorzufinden, wo sie auch tagaktiv werden und ein großes Vermehrungspotenzial haben.“