Was will mir meine Mieze sagen?

von Redaktion

Viele Missverständnisse: Kleiner Sprachführer zum heutigen Weltkatzentag

Wirklich nur Hunger? Eine Katze wanzt sich an.

Der Nachbarkater wird im Anstarrduell besiegt – warum machen Katzen das? © Mauritius (2)

„Mama komm!“ Das Miauen gehört zur Babysprache bzw. zur Kommunikation zwischen Katzenmüttern und ihren Jungen. Ausgewachsene Samtpfoten nutzen andere Laute. © Mauritius

München – Heute ist Weltkatzentag – eine gute Gelegenheit für eine kleine Nachhilfe in Sachen Katzensprache! Katzen gelten manchmal als unberechenbar und unerziehbar. Das Kernproblem ist jedoch ein Fehler in der Kommunikation. Katzen sagen sehr wohl, was sie nicht möchten, aber der Mensch sieht die subtilen Hinweise der Katze nicht! Dabei geben sich Katzen viel Mühe, sie haben sogar „Menschisch“ gelernt und kommunizieren mit Menschen anders als mit ihren Artgenossen. Kätzische Kommunikation untereinander setzt eher auf Körpersprache, Duftsignale und Lautsprache.

Was bedeutet Schwanzwedeln?

Wenn ein Hund mit dem Schwanz wedelt, freut er sich und begrüßt jemanden. Wedeln Katzen mit dem Schwanz, sind sie in Spiellaune oder gar nicht amused. Wenn der Schwanz auf den Boden aufschlägt, ist die Katze auf Krawall gebürstet. Wenn dann noch die Ohren nach hinten gedreht sind, liegt wirklich Ärger in der Luft. Wissenschaftler haben 80 verschiedene Körperhaltungen von Hauskatzen identifiziert, die aus Kombinationen von Körperhaltung, Schwanzstellung und Blick bestehen. Menschen tun sich oft schwer, das zu interpretieren. Der Schwanz ist das Markanteste fürs menschliche Auge. Wenn der Schwanz wie ein Fragezeichen aussieht, ist die Katze gut drauf und will Kontakt. Wenn sich nur die Schwanzspitze hin und her bewegt, ist das ein Ablenkungsmanöver. Bei der Jagd lenkt eine zuckende Schwanzspitze das Beutetier ab, Katzen machen das auch im Spiel untereinander.

Was bedeutet das Po-Schnüffeln?

Zu Begrüßung kommt die Katze mit hocherhobenem Schwanz. Das signalisiert Freude und ist unter Katzen eine Einladung, die kätzische Analkontrolle durchzuführen. Bekannte Katzen identifizieren sich auf diese Art.

Warum sagt meine Katze nicht miau?

Die Katze weiß aufgrund ihrer Beobachtungsgabe, dass Menschen viel reden. Also entwickelten Katzen einen Dialekt speziell für und mit ihren Menschen. Deshalb sagt Mieze alles Mögliche: „Aua“ oder ein gepresstes „Uah“ und will in jedem Fall Aufmerksamkeit generieren. Es kann Hunger sein oder „Lass mich raus“ heißen. Mit ihresgleichen sprechen Katzen nicht per „miau“, das ist eher Babysprache: Nur die Katzenmama miaut leise zu den Welpen.

Wer wird regungslos angestarrt?

Katzen können lautlos Krieg führen – einfach durch drohendes Anstarren. Wer zuerst wegschaut, hat verloren und muss weichen. Diese Art von Duell findet oft auch bei Wohnungskatzen statt, die nicht die allerbesten Freunde sind. Bei halbstarken Katern gibt es zum Beispiel, dass man den anderen durchs Drohstarren nicht aufs Klo lässt.

Warum streicht meine Katze um die Möbel?

An den Wangen, unter dem Kinn, auf dem Rücken und zwischen den Zehen befinden sich bei Katzen Hautdrüsen, die Duftstoffe absondern. Damit markieren Katzen alles, was zu ihrem Revier und zu ihrer Familie gehört, also Tischbeine, Büsche im Garten oder Mamas Gummistiefel. Das riechen die Katzen, der Mensch nicht! Anders sieht es beim Harnmarkieren aus, denn diese fiese Duftmitteilung steigt auch Menschen ungut in die Nase. Aber in Wohngebieten ist die Dichte an Katzen oft hoch und da will man informieren, wo das eigene Revier ist.

Wann ist eine Katze freundlich?

Es ist ein hartnäckiger Mythos, dass Katzen Einzelgänger sind- Katzen leben gerne in Gruppen oder Familien zusammen und dazu gehört Kommunikation. Wenn ein Katzenkumpel länger unterwegs war, wird er begrüßt, indem sich die Freunde an ihm reiben. Das machen sie auch bei Menschen, das ist das „Köpfengeben“ oder das „um die Beine gehen“. Die Katze will damit nicht zum Dosenöffnen animieren, es ist eine ganz natürliche und freundliche Annäherung.

Was bedeutet das Treteln?

Den Milchtritt, das Treteln, setzen Katzenwelpen ein, um bei der Mama den Michfluss anzuregen. Erwachsene Katzen treteln auf weichen Decken oder auf dem Bauch ihres Menschen. Das ist ein Zeichen des Wohlbefindens und der Entspannung. Eine Theorie besagt, dass das Treteln von der Vorfahrin, der Falbkatze, kommt. Sie schuf sich erst mal einen Schlafplatz, machte mit den Pfoten den Boden weich. Macht in Frauchens Bett auch Sinn. Wie Schnurren dient Treteln auch der Selbstberuhigung, wenn eine Katze plötzlich sehr häufig tretelt, könnte eine Krankheit vorhanden sein. Besser zum Tierarzt.

Warum wird alles runtergeworfen?

Katzen sind kletterfreudige Raubtiere. Vor allem Wohnungskatzen brauchen dreidimensionale Räume, die Möglichkeit auf Regalen, oben umherzulaufen und auf freie Fensterbretter zu springen. Vielleicht muss man sich den Aussichtsplatz freiräumen, weil der vollgestellt ist mit Pflanzen und Nippes. Es ist kein persönlicher Affront, dass die Katze gerade das Erbstück, Omas Vase, ruiniert hat.NICOLA FÖRG

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