Präzision und standardisierte Abläufe: Prof. Rüdiger von Eisenhart-Rothe und sein eingespieltes OP-Team setzen ein künstliches Knie ein. © Foto: Kathrin Czoppelt
Masterplan für schnelle Heilung: Professor Rüdiger von Eisenhart-Rothe (links) untersucht seinen Patienten Robert Wilpernig (rechts). © Foto: Marcus Schlaf
Nach einer Gelenkersatz-OP wollen die Patienten zügig wieder auf die Beine kommen. Dazu haben Spezialisten des TUM Klinikums ein spezielles Behandlungskonzept eingeführt. Es nennt sich „Fast Track“ und soll insbesondere Patienten, die gerade ein neues Knie bekommen haben, sozusagen noch während ihres Krankenhausaufenthalts auf die Überholspur bringen. In speziellen Patientenseminaren lernen sie bereits vor der OP, wie sie den Heilungsverlauf günstig beeinflussen und sicher auf Krücken laufen können, erhalten detaillierte Informationen zur OP-Vorbereitung – von der Ernährung bis hin zu Tipps fürs Abendessen am Vorabend.
Schon wenige Stunden nach der OP sitzen die frisch Operierten auf der Bettkante, am gleichen Tag startet die Physiotherapie. Sie gehen eigenständig zur Toilette. „Alle Maßnahmen zielen darauf ab, das Bett möglichst schnell zu verlassen“, erklärt Orthopädie-Chef und Leiter des Endoprothesenzentrums, Prof. Rüdiger von Eisenhart-Rothe. Zur Umsetzung des neuen Konzepts hat er seine orthopädische Klinik neu aufgestellt. Ärzte, Pflegekräfte und Physiotherapeuten wurden geschult und eine eigene Fast-Track-Assistentin geschaffen. Sie bietet eigene Sprechstunden an, begleitet die Patienten vom Aufklärungs- bis zum Nachsorgegespräch.
Dank einer zügigen Mobilisierung und effektiver Schmerztherapie kommen Gelenkersatz-Patienten rascher wieder zu Kräften und werden schneller fit. Das schlägt sich auch in der Statistik nieder. „Jeder fünfte Patient geht bereits am dritten Tag nach Hause, die anderen bleiben durchschnittlich maximal fünf Tage – wobei es natürlich immer individuelle Unterschiede gibt. Vor der Fast-Track-Einführung Ende 2023 blieben die Patienten noch durchschnittlich sieben bis acht Tage in der Klinik“, berichtet von Eisenhart-Rothe.BEZ