Fabrikessen schadet auch dem Gehirn

von Redaktion

Experten warnen vor Schlaganfall, Alzheimer, Parkinson und Depressionen

Tiefkühl-Pizza gilt nicht gerade als gesundheitsfördernd. © Foto: imago

Berlin/München – Fabrikessen und Lebensmittel mit vielen Zusatzstoffen schaden auch dem Gehirn. Davor warnt die Deutsche Hirnstiftung. Nach Erkenntnissen der Experten erhöhen ultraprozessierte, also stark industriell verarbeitete Produkte das Risiko für einen Schlaganfall, Alzheimer, Parkinson und Depressionen.

Der Hintergrund der Warnung: Fast 90 Prozent aller Schlaganfälle und 45 Prozent der Demenzerkrankungen ließen sich laut Hirnstiftung vermeiden, wenn die Risikofaktoren rechtzeitig enttarnt und behandelt würden. Während aber Auslöser wie Bluthochdruck oder Diabetes bereits relativ bekannt sind, findet der schädliche Einfluss von Fertiggerichten und Tiefkühl-Klassikern wie Pizza noch wenig Berücksichtigung. „Es mehren sich die Hinweise, dass ultraprozessierte Lebensmittel die Hirngesundheit schädigen“, teilt die Hirnstiftung mit.

Sie verweist auf mehrere Studien, darunter auch neue Arbeiten über den Zusammenhang zwischen Fertiggerichten und Demenz. Eines der Ergebnisse: Wer zwölf Jahre lang täglich viel Industrie-Essen zu sich nimmt, der hat ein 2,7-fach erhöhtes Alzheimer-Risiko. Die Gefahr steigt nach den Erkenntnissen der Wissenschaftler mit der Menge der konsumierten Produkte. Jede Portion eines täglich konsumierten ultraprozessierten Lebensmittel steigert das Alzheimer-Risiko um 13 Prozent.

Wie genau die Fertiggerichte das Gehirn angreifen, ist noch nicht genau geklärt. Aber es gibt in Medizinerkreisen bereits Vermutungen: „Prozessierte Lebensmittel enthalten viele gesättigte Fette, Transfette, raffinierte Kohlenhydrate, Salz und wenig Balaststoffe. Das kann die mikrobielle Vielfalt im Darm verändern. Wir wissen, dass diese Veränderungen via Darm-Hirn-Achse krankmachende Veränderungen im Gehirn nach sich ziehen können“, erläutert der Präsident der Deutschen Hirnstiftung, Professor Frank Erbguth.

Darüber hinaus könnten auch einzelne Stoffe wie künstliche Aromen oder andere Zusatzstoffe direkt neurotoxisch wirken und die Entstehung einer Demenz begünstigen. Im Verdacht stehen laut Hirnstiftung Glutamat, Nitrate und auch Mikroplastik.ANDREAS BEEZ

Artikel 2 von 4