Ein Augenschmaus: Mini-Tomaten. © Mauritius Images
Gärtnern macht glücklich – wie man sieht. © Mauritius
München – Ob Unkraut jäten, Rasen mähen oder Beete gestalten: Gartenarbeit wirkt sich positiv auf das psychische Wohlbefinden aus. Das zeigt eine aktuelle Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov. Demnach berichten 63 Prozent der befragten Deutschen, dass sich Gartenarbeit förderlich auf ihre mentale Gesundheit auswirkt.
Als größter Vorteil wird dabei die Zeit im Freien genannt. 76 Prozent der deutschen Teilnehmerinnen und Teilnehmer sehen darin den wichtigsten positiven Aspekt. Für 42 Prozent bedeutet Gartenarbeit konkret Stressabbau und bessere Stimmung. 30 Prozent empfinden sie als eine Form der Selbstverwirklichung. Besonders häufig werden der Kontakt zur Natur und das Gefühl von Ausgeglichenheit als zentrale Wirkungen genannt.
Die Beschäftigung im Grünen motiviert außerdem viele zu mehr Bewegung: 41 Prozent der deutschen Befragten geben an, dass Gartenarbeit sie zu einem aktiveren Lebensstil anregt. Insgesamt empfinden 72 Prozent der Deutschen das Gärtnern als wohltuend. Gärtnern ist eine Ganzkörperaktivität, die alle Sinne – Tastsinn, Geruchssinn, Sehsinn, Gehörsinn und Geschmackssinn – anregt. Wird der Körper in Bewegung gehalten und sind die Hände beschäftigt, werden Glückshormone wie Dopamin und Serotonin ausgeschüttet.
Die Pflege von Pflanzen bedeutet Verantwortung, sich um etwas Lebendiges zu kümmern, und fördert die Wertschätzung für die Natur und das Leben, erklären Wissenschaftler der Columbia University: Im Garten und beim Gärtnern schafft man sich einen „sicheren Raum, in dem man abschalten, Stress abbauen und sich beschäftigen kann“. Dies sei „eine gesunde Auszeit von den Stressfaktoren der Welt“.
Stressabbau sei tatsächlich einer der größten Vorteile der Gartenarbeit: Es ist erwiesen, dass Gartenarbeit den Cortisolspiegel – Cortisol wird auch Stresshormon genannt – senkt. Gärtnern kann somit ein Schutzfaktor sein, denn ein chronisch erhöhter Cortisolspiegel trägt zu Übergewicht, Herzerkrankungen, Bluthochdruck und einem geschwächten Immunsystem bei.
Und noch ein Tipp: Wer keinen eigenen Garten hat, kann in Gemeinschaftsgärten mitmachen. Das Gärtnern zusammen mit anderen macht einer Studie zufolge möglicherweise noch froher und resilienter.DPA