Körperfettanteil beeinflusst Sterberisiko

von Redaktion

Werte von über 27 Prozent bei Männern und über 44 Prozent bei Frauen bedenklich

Viele Waagen bestimmen neben dem Gewicht auch den Körperfettanteil. © Smarterpix

Gainesville/München – Ja, es gibt sie, die dicken Dünnen. Zwar gilt der Body Mass Index (BMI) als Standard für die Beurteilung von Übergewicht, aber die Formel aus Körpergewicht und -größe unterscheidet nicht zwischen Muskel- und Fettmasse. Deshalb kann ein muskulöser Mensch laut BMI als übergewichtig gelten, während eine Person mit normalem BMI einen krankhaft erhöhten Körperfettanteil aufweisen kann. Trotz dieser Ungenauigkeiten, die von diversen Studien belegt sind, ist der BMI weiterhin Standard.

Doch ist es wichtiger, den Körperfettanteil zu bestimmen. Er beeinflusst das langfristige Sterberisiko, fanden Forscher der University Florida heraus. Ihre Studie zeigt, dass ein erhöhter Körperfettanteil das Sterblichkeitsrisiko deutlich erhöht, unabhängig vom BMI. Als kritisch gelten Fettanteile ab 27 Prozent bei Männern und ab 44 Prozent bei Frauen. Studienteilnehmer mit Werten oberhalb dieser Schwelle hatten ein um 78 Prozent gesteigertes Risiko, innerhalb der nächsten 15 Jahre zu sterben, verglichen mit Personen mit niedrigeren Fettanteilen. Die aktuelle Studie ist in der Zeitschrift „Annals of Family Medicine“ veröffentlicht worden. Die Autoren der Studie sprechen sich dafür aus, den Körperfettanteil künftig in der hausärztlichen Versorgung routinemäßig zu erfassen, idealerweise mithilfe einer bioelektrischen Impedanzanalyse (BIA), die binnen Sekunden präzise Aussagen über den Fettanteil ermöglicht.S. SASSE

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