Social Media bringt viel Schlechtes hervor. Forscher glauben nicht an die großen Plattformen.
Seit Jahren wird diskutiert, wie man Soziale Medien weniger toxisch und schädlich für die Gesellschaft machen könnte. Experten schlagen bessere Algorithmen vor, Politiker fordern strengere Regeln – und die Plattformen selbst versprechen immer wieder Reformen. Doch womöglich ist das alles aussichtslos. Denn eine neue Studie zeigt: Die Probleme liegen tief in unseren eigenen Verhaltensmustern begründet.
Forscher der Universität Amsterdam haben mit Computersimulationen untersucht, was passiert, wenn Menschen in Sozialen Netzwerken interagieren. Das überraschende Ergebnis: Selbst ohne Manipulationen seitens des Betreibers entstehen giftige Diskussionen und extreme Meinungen. Die Wissenschaftler testeten sechs beliebte Lösungsvorschläge, etwa die chronologische Anzeige von Nachrichten statt Algorithmus-gesteuerter Inhalte oder das Verstecken von Like-Zahlen.
Das Ergebnis war ernüchternd: Jede Maßnahme löste zwar ein Problem, schuf aber gleichzeitig andere. Das grundsätzliche Übel liegt in der Natur der Sache: Wer viel Aufmerksamkeit bekommt, erhält noch mehr davon. Dabei setzen sich fast immer die emotionalsten und provokantesten Inhalte durch, weil sie die stärksten Reaktionen auslösen. Das stärkt extreme Inhalte.
Die Forscher glauben daher, dass die großen offenen Netzwerke wie Facebook oder Instagram keine Zukunft haben. Stattdessen könnte sich die Online-Kommunikation in kleinere, geschlossene Gruppen aufteilen – ähnlich wie WhatsApp-Chats oder moderierte Foren mit klaren Regeln.