AUS DER MEDIZIN

Nahrungsmittel: Wie der Pricktest Allergien entlarvt

von Redaktion

Der Pricktest spürt Allergien auf. © Mauritius Images

München – Es juckt und brennt und schwillt: Rund vier bis fünf Prozent der deutschen Bevölkerung leiden an einer Nahrungsmittelallergie – betroffen sind sowohl Kinder als auch Erwachsene. Dr. Solveig Haw, Ärztin und Gesundheitsexpertin der DKV Deutsche Krankenversicherung, erklärt, wie der Pricktest den Auslösern einer Allergie auf die Spur kommt.

Bei Nahrungsmittelallergien handelt es sich um eine Überreaktion des Immunsystems auf eigentlich harmlose Eiweißbestandteile in bestimmten Lebensmitteln. Bereits kleinste Mengen können Beschwerden wie Juckreiz im Mund, Schwellungen, Übelkeit, Durchfall, Atemnot, Hautausschlag oder Husten auslösen. In schweren Fällen kann ein lebensgefährlicher anaphylaktischer Schock auftreten – manchmal noch bis zu 72 Stunden nach dem Verzehr.

Zu den häufigsten Auslösern zählen Kuhmilch, Eier, Schalenfrüchte, Erdnüsse, Soja, Fisch, Krebstiere oder auch Weizen. Die einzige Möglichkeit, eine allergische Reaktion sicher zu vermeiden, ist der vollständige Verzicht auf die Auslöser. Betroffene sollten beim Einkauf die Zutatenlisten sorgfältig prüfen – auch auf versteckte Hinweise wie z. B. Laktalbumin (Protein aus der Milch, speziell in Molke) oder Weizeneiweiß (Protein im Weizen, auch bekannt als Gluten oder Weizengluten).

Für eine genaue Diagnose empfiehlt der Arzt häufig, ein Ernährungstagebuch zu führen und verschiedene Tests durchzuführen. Dazu gehört beispielsweise der Prick-Test, bei dem in der Arztpraxis potenzielle Allergene auf die Haut aufgetragen werden. Kommt es zu einer Reaktion, wie etwa Rötungen oder Quaddeln, kann das auf eine Allergie hinweisen. Zusätzlich können Bluttests oder sogenannte Provokationstests unter ärztlicher Aufsicht zum Einsatz kommen.

Sollte das Risiko einer schweren allergischen Reaktion bestehen, wird der Arzt in der Regel ein Notfallset verschreiben, damit sich Betroffene sofort selbst helfen können. Das Set enthält meist ein Antihistaminikum, eine Adrenalinspritze, ein Kortisonpräparat und manchmal auch ein bronchienerweiterndes Spray.

Wie man diese Medikamente im Ernstfall richtig anwendet, sollten die Patienten vorab individuell mit dem behandelnden Arzt besprechen und auch mal unter Kontrolle ausprobieren. Bei Anzeichen wie Atemnot oder Kreislaufbeschwerden ist es in jedem Fall wichtig, sofort den Notarzt zu rufen.DOP

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