AUS DER MEDIZIN

Sepsis: Jeder 10. Tote war zuvor kerngesund

von Redaktion

Sepsis bedeutet auch für Gesunde Lebensgefahr. © IMAGO

Michigan – Eine Blutvergiftung, auch Sepsis genannt, ist auch für zuvor kerngesunde Menschen lebensgefährlich. Dies zeigt eine Studie aus den USA, die die an Sepsis verstorbenen Patienten auf Vorerkrankungen untersuchte. Dabei kam heraus, dass zwar die meisten an der Blutvergiftung Gestorbenen zuvor an anderen Erkrankungen litten. Doch auch für zuvor Gesunde ist eine Sepsis lebensgefährlich – jeder zehnte Patient starb daran. Weltweit gibt es jedes Jahr rund 49 Millionen Sepsis-Fälle. In Deutschland erkranken nach Schätzungen des an der Universität Washington angesiedelten Institute for Health Metrics and Evaluation jedes Jahr etwa 279 000 Menschen an einer Sepsis. Jede zehnte auf einer Intensivstation behandelte Person hat eine Sepsis, die jede dritte nicht überlebt.

Eine Sepsis kann als lebensbedrohliche Komplikation bei verschiedensten Infektionskrankheiten entstehen – etwa durch eine verschleppte Grippe, eine Pneumokokken-Infektion oder auch bei einem Tierbiss. Die Überreaktion des Immunsystems auf die Infektion kann zu einer Schädigung eigener Organe führen. Wird die Behandlung innerhalb der ersten Stunde begonnen, können bis zu 90 Prozent der Patienten überleben. SVS

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