Besser lernen mit KI

von Redaktion

Das Lernen mit KI kann sinnvoll sein – sollte aber beaufsichtigt werden. © Freepik

Es gibt immer mehr „KI-Kinder“. Die Umfrage „Kinder Medien Monitor 2025“ zeigt, wie stark Künstliche Intelligenz bereits im Alltag angekommen ist. Auf die Frage, ob sie Werkzeuge wie ChatGPT kennen, antworteten 31 Prozent der bis zu 13-Jährigen: „Ja, weiß ich und könnte ich erklären.“ Weitere 33 Prozent haben davon zumindest schon gehört. Mehr als die Hälfte der 10- bis 13-Jährigen (53 Prozent) weiß, was KI ist und was sie kann. 52 Prozent dieser Altersgruppe nutzen sie auch – 37 Prozent in der Freizeit, 30 Prozent für die Schule, 14 Prozent sogar direkt im Unterricht. Eltern kommen an dem Thema also nicht mehr vorbei. Dabei sollte Künstliche Intelligenz keinesfalls die Hausaufgaben der Kids schreiben. Aber sie kann eine prima Unterstützung fürs Lernen und für die Schule sein. Wir verraten die besten Tipps.

■ Eigenständigkeit stärken

KI sollte als Trainer und Sparringspartner agieren – aber nicht als Autor. Gerade beim Verfassen von Aufsätzen, Lösen von Matheaufgaben oder Vorbereiten von Präsentationen gilt: Lassen Eltern ihre Kinder die KI nutzen, sollten die Ergebnisse immer mit eigenem Wissen überprüft und in eigenen Worten wiedergegeben werden. So trainieren Kinder selbstständiges Denken, statt nur zu kopieren.

■ KI gemeinsam entdecken

Familien sollten zusammen ausprobieren, welche Werkzeuge wie ChatGPT, Google Gemini, Microsoft Copilot oder Perplexity es gibt – und wofür sie taugen. Nur wer sich von den eigenen Kindern erklären lässt, wie KI funktioniert, bleibt im Gespräch und kann sinnvolle Regeln aufstellen. So erfahren Eltern, ob ihr Kind die KI als Inspirationsquelle nutzt oder sich die komplette Hausaufgabe schreiben lässt.

■ Erklärmaschine

Kinder stoßen oft auf Begriffe oder Zusammenhänge, die sie nicht verstehen. KI kann hier helfen, indem sie Inhalte auf dem passenden Niveau erklärt – mal kindgerecht, mal detaillierter. Eltern können ihre Kinder ermutigen, gezielt Aufforderungen zu formulieren („Erklär mir Bruchrechnung wie für einen Zehnjährigen“) und so ihr Verständnis zu vertiefen, statt fertige Lösungen zu übernehmen.

■ Lernstoff entdecken

ChatGPT & Co. können aus trockenen Themen kleine Quizfragen, Rätsel oder Rollenspiele machen. So verwandeln sich Mathe-Übungen in ein Abenteuerspiel, oder ein Sachkundethema in eine kleine Detektivgeschichte. Gerade für Kinder, die schnell das Interesse verlieren, kann dieser spielerische Zugang motivierend sein.

■ Individuelles Lerntempo

Nicht jedes Kind lernt gleich schnell. KI kann Übungen anpassen: Wer schon sicher ist, bekommt schwerere Aufgaben, wer noch unsicher ist, erhält zusätzliche Erklärungen. Eltern sollten darauf achten, dass ihre Kinder diese Funktion nicht als Ausrede zum „schnell durchklicken“ nutzen, sondern bewusst reflektieren.

■ Schreibhilfe

Statt Hausaufsätze komplett schreiben zu lassen, kann KI als Ideenlieferant dienen. Ob Gliederung oder kreative Impulse – Kinder lernen so, wie man Gedanken strukturiert. Der eigentliche Text sollte aber immer selbst formuliert werden. Nur so werden Schreib- und Ausdrucksfähigkeit geschult.

■ Fremdsprachen trainieren

Eine KI kann Gesprächspartner sein – ob auf Englisch, Französisch oder Spanisch. So können Kinder einfache Dialoge üben, Fehler korrigieren lassen oder sich neue Vokabeln erklären lassen. Wichtig: Eltern sollten den Einsatz begleiten und sicherstellen, dass die Kinder nicht nur passiv lesen, sondern aktiv sprechen und schreiben.

■ Fragen statt Abschreiben

Kinder sollten KI nie bitten, „die Matheaufgabe zu lösen“, sondern fragen: „Wie gehe ich an diese Aufgabe heran?“ oder „Erklär mir die ersten Schritte“. So bleibt der Lernprozess im Vordergrund. Das Ergebnis ist dann nicht nur die richtige Zahl, sondern echtes Verständnis.

■ Medienkompetenz

Eltern sollten offen über Grenzen und Risiken sprechen. Denn KI ist nicht unfehlbar, kann Fehler machen oder Dinge erfinden. Wer lernt, Antworten zu hinterfragen, entwickelt eine wichtige Fähigkeit für die digitale Zukunft – nämlich kritisches Denken.

Artikel 5 von 6