Dentalhygiene: Julia Gramüller behandelt. © Foto: Implaneo
München – In Deutschland leiden Millionen Menschen an Parodontitis – ein Problem, das oft noch in Kombination mit anderen Volkskrankheiten verschärft wird, beispielsweise Diabetes. Die Keime im Mund, die sich in sogenannten Zahnfleischtaschen rund um die Zahnhälse ansiedeln, können dramatische Folgen haben. Neben dem Verlust der Zähne besteht auch die Gefahr, dass hochaggressive Bakterienarten über die Blutbahn in andere Organe gelangen und dort Schäden anrichten. Dazu gehören Herzklappenerkrankungen, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Solche Entwicklungen lassen sich durch professionelle Zahnreinigung im Keim ersticken. Doch die Behandlung wird oft unterschätzt.
„Bei der Parodontitis-Prophylaxe spielt die professionelle Zahnreinigung eine Schlüsselrolle. Es ist sehr wichtig, diese Termine regelmäßig wahrzunehmen – mindestens einmal im Jahr, am besten zweimal!“, betonen Dr. Christian Maischberger und Professor Hannes Wachtel von der Implaneo Dental Clinic in München. Der Hintergrund dieser Empfehlung: Die Dentalhygienikerinnen – ein mehrjähriger Ausbildungsberuf, den vor allem Frauen ergreifen – entfernen nicht nur keimbehaftete Beläge aus dem Mund, sie messen auch die Tiefe der Zahntaschen und protokollieren diese. Zudem sondieren sie vorsichtig, ob Blutungen vorhanden sind. „Dadurch entsteht eine Art Frühwarnsystem, das kritische Veränderungen sofort anzeigt. Der Patient kann die Zahnpflege verbessern, und wir Zahnmediziner können rechtzeitig effektive Therapien einleiten, um ein Fortschreiten der Parodontitis zu verhindern“, so Wachtel und Maischberger.
Bei der Zahnreinigung setzen die Dentalhygienikerinnen kleine Bürstchen, Sonden und Sandstrahler und spezielle Pasten ein, um Beläge gründlich zu entfernen. BEZ