Auf den Hund gekommen

von Redaktion

München – Menschen und Hunde haben sich gemeinsam in Eurasien verbreitet. Ein internationales Forschungsteam konnte anhand von Genomanalysen zeigen, dass eurasische Kulturen in den vergangenen zehntausend Jahren genetisch unterschiedliche Hundepopulationen hielten und verbreiteten, wie die Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München berichtete.

Hunde sind seit mindestens 20 000 Jahren Teil der menschlichen Gesellschaften in ganz Eurasien, also der Landmasse, welche die Kontinente Asien und Europa umfasst. Spuren der gemeinsamen Ausbreitung lassen sich mindestens elftausend Jahre zurückverfolgen, als Jäger und Sammler im Norden Eurasiens Hunde austauschten, die eng mit den heutigen Siberian Huskys verwandt waren.

Ein Team unter Leitung des Paläogenetikers Laurent Frantz wies nach, dass die Ausbreitung neuer Kulturen oft mit der Ausbreitung bestimmter Hundepopulationen einher ging. Ein Vergleich der Genome sehr alter Hunde aus archäologischen Fundstätten und von Menschen zeigt eine auffällige Übereinstimmung zwischen den genetischen Veränderungen beider Spezies im Verlauf der Zeit und über verschiedene Regionen hinweg.

Dieser Zusammenhang wird besonders deutlich während der frühen Bronzezeit in China vor etwa 4000 Jahren. Hunde folgten Metallarbeitern durch die Steppe. „Diese enge Verbindung zwischen der Genetik von Mensch und Hund zeigt, dass Hunde ein integraler Bestandteil der Gesellschaft waren, egal ob man vor zehntausend Jahren als Jäger und Sammler am Polarkreis lebte oder als Metallarbeiter in einer frühen chinesischen Stadt“, sagt Frantz. Es belege die tief verwurzelte kulturelle Bedeutung von Hunden.

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