Eine Schraube zur Stabilisierung des Beckenknochens. © Foto: Viola Wolfsteiner
Längst nicht immer ist die OP-Entscheidung so klar wie im Fall des Motorradunfallopfers (Artikel oben). Zwar kommen Beckenbrüche relativ häufig vor, in Deutschland sind jedes Jahr einige zehntausend Menschen betroffen. Aber die Frakturen sind mitunter schwer zu erkennen. Unter den Patienten befinden sich auf der einen Seite viele jüngere Menschen zwischen 20 und 40, die sich bei einem Radlunfall oder bei einem Sturz aus großer Höhe verletzt haben. Doch auf der anderen Seite ziehen sich auch viele ältere Menschen ganz unspektakulär eine solche Verletzung zu. Sie brechen sich das Becken teilweise bei einem Sturz aus dem Stand, bemerken die Fraktur selbst gar nicht und können sich mitunter gar nicht an das Malheur erinnern. So bleibt die tückische Verletzung mitunter zunächst erstmal unerkannt.
„Viele der älteren Patienten mit Beckenbrüchen werden zunächst etwa eine Woche lang mit einer Schmerztherapie behandelt. Wenn diese nicht wirkt, werden sie operiert – oft auch deshalb, damit sie schnell wieder auf die Beine kommen, sich ihre Mobilität und Selbstständigkeit erhalten. Denn eine wochenlange Liegezeit im Bett, um den Bruch konservativ ausheilen zu lassen, kann zu kritischem Muskelabbau führen und das Risiko für Komplikationen wie einer Thrombose oder einer Lungenembolie erhöhen“, erläutert Unfallchirurg Marco Marchich, geschäftsführender Oberarzt im Klinikum Ingolstadt.BEZ