Neue Endoprothesen halten oft länger als 20 Jahre

von Redaktion

Bücken verboten: Hohe Stühle und Gehstützen-Halterung schützen Klinik-Patienten vor falschen Bewegungen.

München – Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder im Stadtteil Nymphenburg ist ein Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung und bietet damit die höchste medizinische Versorgungsstufe – mit allen Fachabteilungen, modernster Technik und spezialisierten Ärzteteams. In der Endoprothetik ist dies besonders wichtig für komplexe Fälle, Patienten mit Vorerkrankungen oder auch dem Austausch von älteren oder defekten Kunstgelenken. Zudem wären im Falle von Komplikationen sämtliche Fachbereiche vor Ort. Die Klinik verfügt zudem über ein großes Lager für Prothesenmodelle.

Der Therapiefokus liegt auf Hüft- und Knie-Endoprothesen: Hier bekommen jährlich rund 3200 Patienten ein künstliches Gelenk. Etwas mehr als die Hälfte erhält eine neue Hüfte (ca. 1700 Patienten), weitere rund 1500 ein neues Kniegelenk. Auch werden jährlich etwa 300 Wechsel-Operationen durchgeführt. Die Klinik ist zudem ein akademisches Lehrkrankenhaus der TU München.

Die neue Generation der künstlichen Hüfte oder Knie hält heute 15 bis 20 Jahre, auch 25 Jahre sind längst keine Seltenheit mehr. Allerdings gibt es Faktoren, die die Standzeit einer Endoprothese verkürzen können. Entscheidend ist zunächst die Wahl der Fixierung. So fixiert Knochenzement die Prothese augenblicklich im Knochen und ist damit sofort stabil – wichtig für Patienten mit Osteoporose: „Die Verwendung von Knochenzement wurde in Studien als sehr erfolgreich bestätigt. 55 Prozent unserer Patienten werden zementiert. Ein Erfolgsmodell, das auch das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) befürwortet“, so Prof. Beckmann.

Das EPRD ist die zentrale Datenbank, in der all diese Operationen zur Qualitätssicherung und Früherkennung von Problemen dokumentiert werden. Dabei geht es auch um die Verbesserung der Patientensicherheit.

Doch auch die Patienten können selbst viel zum Erfolg der Operation beitragen. Unmittelbar nach der OP gilt: Sechs Wochen kein Autofahren (eine Versicherungs-Vorschrift), auch Bücken ist wegen der Narbe an der Außenseite der Hüfte verboten. Alle Patienten laufen anfangs an zwei Krücken – das ist wichtig für eine aufrechte Körperhaltung. Zu den Risikofaktoren zählen zum Beispiel ein zu hohes Körpergewicht sowie übertriebene körperliche Aktivität wie schweres Heben, häufiges Knien oder Bücken und harte Sportarten wie Tennis und Joggen. Sanfte Sportarten wie Schwimmen, Gymnastik, Spazierengehen und Radfahren auf dem Hometrainer sind dagegen ideal. Und ein Gleichgewichtstraining hilft, Stürze zu vermeiden. DOP

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