Prof. Beckmann ist zufrieden mit dem Gangbild.
Training im Park: Erika D. ist mit einer Bekannten auf unebenem Boden und dem Barfußweg im Klinikpark unterwegs.
Sie kann ohne Schmerzen Treppen steigen.
Jetzt kann sie wieder lachen: Vier Monate nach der OP zeigt Prof. Johannes Beckmann seiner Patientin Erika D. (81) noch einmal, welches spezielle Modell einer Hüft-Endoprothese er ihr eingesetzt hat. © SIGI JANTZ (5)
München – Erika D. (Name geändert) machte ein Leben lang eher einen Bogen um Ärzte, nahm nie gern Medikamente und gibt auch ganz ehrlich zu, dass sie „nicht regelmäßig auf die vorsorgliche Knochendichtemessung achtete.“ Tatsächlich war sie jedoch zeitlebens auch so gut wie nie krank gewesen. Mit ihrem Ehemann (87) – die beiden lernten sich in den 60er-Jahren kennen und heirateten 1968 – verband sie die Liebe zum Sport und Reisen. „Wir waren beide immer schon sehr sportlich. Wir machten regelmäßig Leichtathletik, fuhren Fahrrad, Ski, spielten Tennis und gingen oft schwimmen.“
Am Ende ihrer langen Sportlaufbahn hatten die Eheleute zusammen 87 goldene Deutsche Sportabzeichen gesammelt. Gemeinsam bereisten sie 73 Länder: „Wir haben fast die ganze Welt gesehen. Die Fernreisen haben wir bewusst in unseren jungen Jahren gemacht. Die näheren Ziele wollten wir uns für unsere älteren Jahre aufheben.“ Zuletzt entdeckte das Münchner Ehepaar sogar noch die Liebe zu Kreuzfahrten: „Das ist faszinierend. Das hätten wir sehr gern noch viel länger gemacht.“ Doch dieser schöne Plan ging leider nicht auf.
Denn Erika D.’s Mann erkrankte schwer. Vor zwei Jahren – sie war 79 Jahre alt – bekam sie plötzlich starke Rückenschmerzen. „Ich dachte, ich hätte mich nur körperlich nur etwas übernommen.“ Als die Schmerzen unerträglich wurden, ging sie zum Orthopäden. Die Diagnose war ein Schock: Vier Wirbel waren gebrochen. Der Grund dafür: Eine fortgeschrittene Osteoporose (siehe rechts). Die gebrochenen Wirbel wurden operativ versteift: „Ich musste ein Vierteljahr ein Korsett tragen.“
Und dann traten plötzlich diese Schmerzen in der rechten Hüfte auf: „Das wurde bald immer schlimmer.“ Ein Nachbar empfahl ihr Professor Johannes Beckmann – seit Mai 2022 Chefarzt der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie in der Klinik Barmherzige Brüder in Nymphenburg. Ein hoch qualifizierter und erfahrener Spezialist, dessen Schwerpunkt speziell die Endoprothetik (Gelenkersatz) für Hüfte und Knie ist. Genau der richtige Arzt also für einen komplizierten Fall wie Erika D., die noch mit Zweifeln kämpfte: „Die Messung meiner Knochendichte war eine mittlere Katastrophe. Mir war nicht klar, ob eine Prothese in meinen instabilen Knochen überhaupt halten kann. Doch Prof. Beckmann hat mir alles genau erklärt. Ich vertraute ihm.“
Ende Juni dieses Jahres – drei Tage vor ihrem 81. Geburtstag – begann Montagfrüh die Operation. Der ganze Eingriff dauerte nur eine gute halbe Stunde. Eine Spezialität von Prof. Beckmann und seinem Team: „Das ist eine Frage der Erfahrung und einer perfekten OP-Planung. Wir versuchen immer und speziell für unsere älteren Patienten, die Narkose so kurz wie möglich zu halten.“
Für Erika D.s Hüft-OP verwendete er einen standardisierten Knochenzement. Denn unzementierte Implantate und selbst Schrauben könnten in den porösen Knochen von Osteoporose-Patienten keinen festen Halt finden. Ferner käme es sehr viel häufiger zu unnötigen Knochenbrüchen. „Wir gehen wie in diesem Fall sogar sehr großzügig mit dem Zement um. Bei Patientinnen im Alter von über 70 Jahren und männlichen Patienten über 75 Jahren zementieren wir fast immer den Prothesenschaft. Ab einem Alter von 85 Jahren oder bei einer auffallend schlechten Knochenqualität gilt das auch zusätzlich für die Pfanne.“ Erika D. wurde zudem ein spezielles Modell mit einem deutlich größeren Hüftkopf eingesetzt, das aus Metall-Legierungen und Keramik besteht. „Eine Vorsichtsmaßnahme, damit das Gelenk sich nicht auskugeln kann.“
Bereits am zweiten Tag nach der OP machte Erika D. an Krücken die ersten Schritte, am vierten Tag wurde sie nach Hause entlassen. Den Treppenlift in ihrem Haus ignorierte sie. „Ich konnte sehr gut Treppen laufen. Nur die Schmerzen in der Leiste waren anfangs sehr lästig.“
Die auf drei Wochen geplante Reha in der Kirinus-Alpenpark-Klinik in Bad Wiessee verkürzte sie aus familiären Gründen auf eineinhalb Wochen und führte sie daheim in München in ambulanter Form fort. Sie bekam Physiotherapie und Lymphdrainage und nimmt regelmäßig Magnesium, Kalzium und Vitamin D. Schon bald konnte sie wieder spazieren gehen.
Am 14. Tag nach der OP schaffte sie schon wieder 9770 Schritte: „Danach war ich dann fix und fertig“, schmunzelt sie über sich selbst.
Wie es ihr heute geht? „Sehr gut. Es war genau die richtige Entscheidung und ich möchte anderen in ähnlicher Lage wirklich Mut machen.“