Die weltweite Verständigung wird einfacher: Zumindest die Sprache steht dem in Zukunft nicht mehr im Weg.
Nach monatelanger Verzögerung durch EU-Regularien funktionieren Übersetzungen per AirPods jetzt auch für deutsche Nutzer. Damit einem Fremdsprachen nicht mehr spanisch vorkommen, beantworten wir hier die wichtigsten Fragen.
Was bietet die neue AirPods-Übersetzung?
Apple hat aus seinen Musik-Ohrstöpseln dank Künstlicher Intelligenz (KI) digitale Simultandolmetscher gemacht. Die Live-Übersetzung ermöglicht (beinahe) echte Gespräche mit Menschen, deren Sprache man nicht beherrscht. Neun Sprachen lassen sich zum Start beliebig kombinieren: Deutsch, Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch, Japanisch, Koreanisch und Chinesisch. Das funktioniert nicht nur im direkten Gespräch, sondern auch beim Telefonieren, bei FaceTime-Unterhaltungen und in Nachrichten-Chats.
Wie läuft eine Unterhaltung ab?
Nehmen wir an, man spricht mit einem Italiener. Während er redet, hört man die Übersetzung auf Deutsch praktisch live im Ohr, mit nur wenigen Sekunden Verzögerung. Sie entsteht, weil die KI ähnlich wie ein echter Simultandolmetscher wartet, bis sie einen kompletten Satzzusammenhang verstanden hat. Die Antwort darauf spricht man auf Deutsch ins iPhone – das die italienische Übersetzung anzeigt oder laut vorliest. So entsteht eine annähernd normale Unterhaltung. In unserem Test auf Deutsch und Italienisch hat das reibungslos geklappt. Dabei fällt auf: Je länger man miteinander redet, desto besser funktioniert es, weil sich beide auf diesen ungewöhnlichen Rhythmus einstellen.
Wie starte ich so ein Gespräch?
Am schnellsten funktioniert das, indem man beide Stiele der AirPods gleichzeitig drückt. Das schaltet den Dolmetscher-Modus ein. Man kann aber auch die „Übersetzen“-App öffnen, die mit dem aktuellen Betriebssystem iOS 26 standardmäßig auf jedem iPhone installiert ist. Dort unten rechts auf „Live“ klicken, die beiden Sprachen auswählen und auf „Übersetzung starten“ tippen. Wichtig: Vor dem Urlaub die jeweilige Sprache als Datenpaket aufs iPhone laden. Das dauert ein paar Minuten, sorgt aber dafür, dass das Dolmetschen jederzeit auch offline ohne Internetverbindung klappt.
Welche AirPods brauche ich dafür?
Nicht einmal die teuersten. Das Übersetzen funktioniert nicht nur mit den neuen AirPods Pro 3 (ab 230 Euro), sondern auch mit den AirPods Pro 2 (ab 195 Euro) und den AirPods 4 (ab 110 Euro). Voraussetzungen sind ein KI-fähiges iPhone ab dem 15 Pro, iOS 26.2 und die jeweils aktuellste Software für die AirPods.
Was sind die Schwächen?
Offiziell ist die kostenlose Funktion im Beta-Stadium, es können also noch Fehler auftreten. Es gibt bisher auch keine automatische Erkennung der Sprachen, und die Stimme des Gesprächspartners wird nicht nachgeahmt. Man kann also mit einem Mann sprechen, hört aber eine weibliche Stimme. An diesen Punkten will Apple weiterarbeiten, genau wie an zusätzlichen Sprachen. Und es gibt die psychologische Hemmschwelle: Gesprächspartner im Ausland könnten zunächst meinen, dass man mit den AirPods im Ohr Musik hört, während man eigentlich mit ihnen reden will. Doch das dürfte sich bessern, wenn das digitale Dolmetschen weiter verbreitet ist.
Welche AirPods- Alternativen gibt es?
Die Pixel Buds von Google und die Samsung Galaxy Buds (jeweils ab 75 Euro) bieten ähnliche Übersetzungen für Android-Nutzer – wenn auch nach ersten Testurteilen nicht ganz so ausgefeilt wie die AirPods. Exzellent, aber teuer, sind die Timekettle W4 Pro (350 Euro) als reine Übersetzungs-Ohrstöpsel mit 40 Sprachen und 93 Akzenten.