Schaufensterkrankheit: Frauen oft spät diagnostiziert

von Redaktion

Gehen sollte nicht schmerzhaft sein. © Smarterpix

Berlin – Studien zeigen geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Diagnose und Behandlung der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (pAVK), auch Schaufensterkrankheit genannt. Frauen werden später diagnostiziert als Männer und weisen dann oft schwerwiegendere Symptome auf. Notwendig sei bei ihnen eine stärkere Beachtung weniger typischer Beschwerden, die konsequentere Gabe von Medikamenten und weitere Forschung, erklärt die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG). Die pAVK ist weit verbreitet, ab dem 60. Lebensjahr leidet in Deutschland jede zehnte Person daran. „Frauen mit pAVK sind bei Diagnosestellung häufig älter, kränker und leiden an mehr Begleiterkrankungen als Männer“, berichtet Dr. Ursula Werra-Buhz, DGG-Expertin und Oberärztin der Klinik für Gefäßchirurgie an der Uniklinik Köln. „Während Männer häufiger klassische Symptome wie Wadenschmerzen aufweisen, klagen Frauen oft über diffuse Beinbeschwerden oder Fersenschmerzen“, sagt Werra-Buhz. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Menopause: „Sie ist ein Wendepunkt, bis zu dem die Gefäße von Frauen durch die weiblichen Hormone geschützt sind“, so die DGG-Expertin. Der Abfall des Estradiolspiegels nach den Wechseljahren führt zu einer verstärkten Fehlfunktion der inneren Zellschicht der Blutgefäße, zu einer stärkeren Gefäßversteifung und Entzündungsreaktion. SVS

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