München – Tausende Tote wären vermeidbar, sagt Prof. Heribert Schunkert von der Deutschen Herzstiftung. Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind hierzulande die Todesursache Nummer eins und kosten mehr Menschenleben als in den europäischen Nachbarländern, etwa in Frankreich und der Schweiz. „Hauptgrund für die überdurchschnittlich hohe Herz-Kreislauf-Sterblichkeit in Deutschland mit über 348 300 Todesfällen im Jahr 2023 – das ist jeder dritte Sterbefall – sind vor allem Defizite in der Prävention“, sagt Schunkert. Der Direktor der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am TUM Klinikum Deutsches Herzzentrum München fordert: „Wir brauchen standardisierte Vorsorgeprogramme für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, im besten Fall ab 35 und spätestens ab dem 50. Lebensjahr!“
Der Herz-Experte appelliert, die angebotenen Vorsorgeuntersuchungen wahrzunehmen. Dazu gehören der einmalige Gesundheits-Check zwischen 18 und 34 Jahren und ab 35 Jahren alle drei Jahre ein Checkup, der auf kardiovaskuläre Risiken und Diabetes zielt. Es lohnt sich, zeigt die Statistik: Wer mit 50 Jahren einen normalen Blutdruck, normale Cholesterinwerte und ein gesundes Körpergewicht hat, nicht raucht und nicht an Diabetes erkrankt ist, bleibt im Vergleich zu Personen mit allen fünf Risikofaktoren länger von Herzkrankheiten verschont und lebt länger: Frauen ohne Risikofaktoren sterben 14,5 Jahre später als Personen, die im mittleren Alter alle fünf Risikofaktoren aufweisen; Männer 11,8 Jahre. Bei der kardiovaskulären Prävention sollten der Blutdruck, Blutzucker, LDL-Cholesterin und Nierenfunktion gemessen und das Gewicht kontrolliert werden, zudem empfiehlt die Herzstiftung ein EKG. SVS